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Curl P-1 R / TSP
Curl P-1 R

Oberfläche: geriffelt
Stärke: OX / 0,5 / 1,0 / 1,5 mm
Farbe: Rot / Schwarz
Preis*: 32,90

Curl P-1 R

Noppenlänge: 1,7
Durchmesser: 1,5
Abstand: 1,2
Dicke (Gummi): n/a

(alle Angaben in mm)
 

Original Beschreibung von TSP:

Nachfolgebelag des populären CURL P1. Er wurde gemäß den neuen ITTF-Richtlinien überarbeitet. Durch die Verwendung einer weichen, elastischen Gummimischung konnte die alte Gefährlichkeit der CURL-Langnoppenbeläge nahezu erhalten werden.


Test von noppen-test.de:

Der Curl P-1 R hat mittelharte, dicht beieinander stehende und recht lange Noppen. Wegen dieser Eigenschaften knicken die Noppen bei nicht tangential ausgeführten Schlägen weniger leicht um als z.B. beim Curl P-3 Alpha. Der Vorteil wird in der klassischen Schnittabwehr deutlich. Schiebt der Defensivspieler den Schläger nur nach vorne, so kicken die Noppen nicht sehr stark weg und der Ball trudelt etwas aus. Der so gespielte Return auf einen Topspin hat wenig bis gar keinen Drall. Wird hingegen das Handgelenk von oben nach unten bewegt, so wird was Wegknicken der Noppen begünstigt. Durch die Schlagbewegung und durch die Griffigkeit der Noppen verstärkt sich die Rotation des Balles. Zusätzlich geben die Noppen beim Wiederaufrichten dem Ball noch zusätzliche Drall mit auf den Weg. Resultat ist ein Return mit viel bis sehr viel Spin.

Der Curl P-1 R ist nicht einfach zu spielen, ein einfaches "Hinhalten" reicht nicht aus um die Möglichkeiten dieses Top-Abwehrbelages auszunutzen. Der P-1 R will in der Defensive aktiv und variabel gespielt werden, denn hier liegen die Stärken. Richtig eingesetzt produziert dieser Belag auf Wunsch extrem viel Unterschnitt oder fast leere, rotationsarme Bälle.

Neben dem Feint Long III von Butterfly gehört der Curl P-1 R sicherlich zu den besten Abwehrnoppen. Vergleicht man beide direkt miteinander so sieht man kleine aber feine Unterschiede. Der Feint Long III spielt sich Noppen-innen ähnlicher und er erzeugt über dem Tisch etwas mehr Unterschnitt beim Schupfen. Der Curl P-1 R ist dafür aus der Distanz etwas bissiger.

Am Tisch spielt sich der Belag nicht einfach aber dafür ist er auch nicht ausgelegt. Zwischenschläge kommen jedoch effektiv, so dass ein Abwehrspieler den Spielrhythmus seines Gegners mit gelegentlichen "Ausflügen" an den Tisch empfindlich stören kann.

Fazit: Der Curl P-1 R ist eine klasse Defensiv-Noppe für den ambitionierten und technisch versierten Abwehrspieler. Die Variationsmöglichkeiten und der Unterschnitt sind enorm. Selbst mit einer geringen Schwammstärke von 0,5 mm sind schon schöne Schnittwechsel und ein rotationsreiches Abwehrspiel möglich. Hier ist der Belag nicht zu schnell und noch sehr gut kontrollierbar. Für Profis sind die dicken Schwammversionen (1,5 und 1,8 mm) eine Waffe gegen Angriffsspieler.


Test von Gast-Testern

Angaben zum Tester und Testbericht:
Name: Fabian Becker
Pseudonym: Fab
Spielklasse: Verbandsebene und/oder höher
TTR-Wert: 1806
Tischtennisverband Rheinland (TTVR)
Belagsstärke: 1,0 und 1,5
Holz: Butterfly Joo Se Hyuk
Material auf der Vorhand: Xiom Vega Pro, 2.0 mm

Bevor ich mit meinem Testbericht beginne, noch eine kurze Information zu meinem Spielsystem. Es ist angelehnt an die moderne Abwehr, geht jedoch mehr in Richtung Allround-Spieler, vergleichbar mit dem Spielsystem von Ruwen Filus (nur ein paar Klassen schlechter).
Den Curl P1R spiele ich in Rot auf der Rückhand. Getestet habe ich den Curl P1R in den Schwammstärken 1,0 und 1,5 auf dem Butterfly Joo Se Hyuk in der Version mit hellen Außenfurnieren. Mittlerweile spiele ich den 1,5er standardmäßig.
Im Folgenden werde ich die verschiedenen Schlagarten sowie die allgemeinen Eigenschaften des Belags genauer beleuchten.

Der Curl P1R ist eine griffige, lange Noppe. Die Noppen sind mittelhart.
Vorab kann gesagt werden, dass der Curl P1R in den Schwammversionen so gut wie keinen Störeffekt erzielt und für das einfache "Hinhalten" völlig ungeeignet ist. Wer also eine Noppe sucht, die beim Spielen am Tisch unangenehme Bälle mit viel Störeffekt bei geringen eigenen technischen Voraussetzungen produziert, kann den Curl P1R getrost bei den Tests überspringen.

Die lange Abwehr:
Beginnen möchte ich mit der Paradedisziplin des Curl P1R. Die lange Abwehr hinter dem Tisch ist sicherlich der beste Schlag dieses Belags. Hier bieten sich verschiedene Variationsmöglichkeiten.
Der ankommende Topspin kann "eingewickelt" und mit einer Bewegung von hinten nach vorne unter dem Ball sehr schnittig zurückgespielt werden. Voraussetzung hierfür ist auf jeden Fall eine tiefe Stellung und die Schlagausführung mit viel Unterarm- und Handgelenkeinsatz. Dafür kann die Bewegung jedoch sehr lang ausfallen (im Gegensatz zu der zweiten Möglichkeit). Bei diesem Schlag produziert der Curl P1R sehr viel Schnitt auf spinnige Topspins, aber gibt auch Schnitt auf rotationslose Topspins zurück.
Die zweite Möglichkeit ist das Abhacken hinter dem Tisch, also eine Schlagbewegung, die hauptsächlich von oben nach unten ausgeführt wird. Diese eignet sich vor allem für schnelle Topspins und wenn der Abwehrer in Zeitnot gerät. Hierfür ist noch mehr Unterarm- und vor allem Handgelenkeinsatz erforderlich, um das Tempo und den Spin des Topspins neutralisieren zu können. Wiederum wird durch das Abknicken der Noppe starker Unterschnitt und vor allem ein schnell zurückfliegender Ball mit kaum Rotationsbogen erzeugt. Das kann den einen oder anderen Gegner schon vor Probleme stellen.
Drittens kann der Ball tiefer fallen gelassen werden, um ihn anschließend mit kaum Handgelenk und einer Bewegung aus dem Unter- und Oberarm zurückzuschieben. Dieser Schlag ist jedoch relativ schwierig durchzuführen und es werden meistens zu hohe und schnittlose Bälle erzeugt, die vom Gegner eigentlich gut geschossen werden können. Dennoch ist es eine Schnittvariante, die zu Fehlern des anderen Spielers zu kann.

Fazit: Es können viele Schnittvarianten gespielt werden. Dafür ist jedoch eine saubere technische Ausführung sowie eine gute (und tiefe!) Stellung zum Ball erforderlich.

Der Schupfball:
Vorab, mit dem Curl P1R kann eigener Schnitt erzeugt werden! Das ist für eine lange Noppe schon relativ außergewöhnlich. Gerade wenn die Gegenspieler meinen, sie könnten leere Schupfbälle auf die Noppe legen, kann man diese mit dem eigenen Schnitt des Curl P1R überraschen. Natürlich liegt die Schnittentwicklung hinter den Möglichkeiten der Noppen-Innen-Beläge, aber es ist im Gegensatz zu vielen anderen langen Noppen möglich. Für eine gute Schnittentwicklung ist ein flacher Schlägerwinkel zu wählen, um komplett "unter den Ball" zu kommen. Über den nötigen Handgelenkeinsatz können lange und schnittige Bälle erzeugt werden. Je nach Schlägerblattstellung ist es jedoch genauso möglich, den herankommenden Ball mit wenig bis gar keinem Schnitt zurückzuspielen. Grundsätzlich kann gesagt werden: Je steiler die Schlägerblattstellung desto weniger eigener Schnitt.

Offensive Schläge:
Unter offensiven Schlägen verstehe ich den Konter, den Schuss und den Topspin.
Der Curl P1R kann so gespielt werden, dass Bälle mit leichtem Vorwärtsdrall zurückgespielt werden. Dies entspricht ungefähr einem Konter mit einem Noppen-Innen-Belag. Hierfür ist es notwendig, dass der Spieler mit leicht geschlossenem Schlägerblatt leicht über den Ball "drüberzieht". Diese Schlagtechnik ist ungefähr mit dem Rückhand-Topspin am Tisch vergleichbar, der bei den chinesischen Top-Spielerinnen gespielt wird und von Amateuren als Rückhand-Konter eingestuft wird.
Natürlich ist es auch möglich mit geradem oder leicht geöffnetem Schlägerblatt gegen den Ball zu kontern. Hierbei wird leichter Unterschnitt erzeugt und der Ball trudelt ein wenig. Dies ist jedoch nicht mit dem Störeffekt anderer langer Noppen zu vergleichen. Generell kann gesagt werden, dass sich die dünnere Schwammversion (1,0) bei offensiven Schlägen noppen-innen ähnlicher spielt als die dickere Schwammversion (1,5) und auch einfacher zu kontrollieren ist. Bei letzterer muss das Schlägerblatt für Konter oder Schüsse stärker geöffnet werden, um den Ball spielen zu können.
Auch kann mit dem Curl P1R eine Art Topspin gespielt werden. Dabei wird natürlich gar kein bis ein wenig Spin erzeugt. Dieser Schlag ist jedoch sehr schwer zu spielen und nur als Störschlag zwischendurch einsetzbar. Man kann jedoch relativ noppen-innen ähnlich über den Ball ziehen, um diesen Topspin zu spielen.

Passive Schläge am Tisch:
Hierunter verstehe ich Block, Hackblock, Kurz-Kurz-Spiel und Lift.
Das passive Spiel am Tisch ist wohl der "schlechteste" Bereich, in dem der Curl P1R eingesetzt werden kann. Ich empfinde den Belag beim Blocken noch als einigermaßen kontrolliert, jedoch lässt sich beispielsweise ein Hackblock kaum sicher durchführen. Hier handelt es sich meiner Meinung nach eher um Notschläge, die der Abwehrer spielen kann, wenn er nicht schnell genug nach hinten kommt. Die Stärke des Curl P1R ist es aber sicher nicht. Die meisten Blockbälle geraten relativ lang, jedoch muss auch hier der Spieler darauf achten, den Schläger nicht nur hinzuhalten, sondern auch mitzugehen.
Generell kann zwar mit dieser Noppe auch Kurz-Kurz gespielt werden, da jedoch ein einfaches Hinlegen des Balles mit der Noppe zu vielen Fehlern führt, weil der eigene Ball im Netz landet, gerät man schnell in Gefahr eine zu starke Bewegung zu machen und den Ball damit zu lange und somit für den Gegner zum Angreifen zu spielen.
Auch für den Lift halte ich den Curl P1R nicht geeignet. Es wird kein Störeffekt erzeugt und aufgrund der Noppen-Innen-Ähnlichkeit ist der Belag nicht wirklich für diese Art von Schlägen (bspw. auch der Seitenwischer) geeignet.

Fazit und Tipps:
Allgemein handelt es sich bei dem Curl P1R um eine Abwehrnoppe, die jedoch gute Offensivmöglichkeiten und viel Druck- und Störpotenzial (nicht im Sinne von Flatterbällen, sondern im Sinne von Schlagvielfalt und Offensivoptionen) mitbringt. Sie eignet sich ganz sicher nicht für Noppenanfänger! Ich habe ca. 2 Jahre gebraucht (davor habe ich schon 8 Jahre Noppen gespielt), um diesen Belag und seine Optionen zu beherrschen.
Sowohl für die lange Schnittabwehr als auch für den Schupfball eignet sich der 1,5er Schwamm besser als der 1,0er, weil mehr Schnitt erzeugt und in der langen Abwehr die Kontrolle besser ist! Für das Abwehrspiel empfehle ich auf jeden Fall eine möglichst dicke Schwammstärke, um den Dämpfungseffekt des Schwammes mitnehmen zu können. Als Hölzer eignen sich auf jeden Fall das Joo Se Hyuk und vergleichbare Hölzer (ergo: ähnliche Härteeigenschaften der verwendeten Holzsorten).
Wenn der Curl P1R schon eine Weile gespielt wurde, wird er auf jeden Fall weicher und es bilden sich leichte "Risse" an den Noppenhälsen. Dadurch verändern sich auch die Spieleigenschaften des Belags. Die Schnittabwehr ist damit sicherlich einfacher zu spielen, weil sich der Ball durch die stärker abknickenden Noppen mehr in den Belag dreht. Es ist somit auch möglich, mehr Schnitt in der Abwehr zu erzeugen (bei gleichem Einsatz von Unterarm und Handgelenk). Allerdings leiden die Möglichkeiten beim Schupfen (weniger Schnitt, zum Teil auch nur noch ein Hinhalten möglich und somit schnittlose Bälle) und beim Offensivspiel. Bei letzterem sind die Konter und Schüsse unkontrollierter und es muss eine schnellere bzw. "härtere" Bewegung aufgrund der weicheren Noppen ausgeführt werden.

Jetzt möchte ich jedoch diesen Testbericht beenden und wünsche euch viel Spaß beim Ausprobieren und Spielen mit diesem Belag, der zu meinem persönlichen Topfavoriten geworden ist.

Verantwortlich für den Testbericht ist ausschließlich der Gast-Tester Fab - Noppen-Test.de sagt Danke :-)



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