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BeitragVerfasst: Mittwoch 29. Januar 2014, 22:58 
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Registriert: Sonntag 14. Juli 2013, 10:30
Beiträge: 3
Hallo alle zusammen,

ich lese hier schon länger mit und habe vermutlich jeden Thread zum Thema Eigenbau in diesem Forum verfolgt. Aus einer Laune heraus und da hier in letzter Zeit nicht mehr viel neues passiert, will ich nun auch einmal meine Eigenbauversuche publik machen :-)
Mein Ziel ist irgendwann Hölzer zu bauen, die aus Kombinationen von einheimischen Holzsorten bestehen, wie sie im Wald vor der Tür stehen. Die Herausforderung dabei ist also die Abkehr von den klassischen Limba und Abachi Hölzern. Balsa fällt für mich ebenfalls raus, da ich mit dem Spielgefühl nicht viel anfangen kann.

Wie empfholen habe ich am Anfang zunächst erstmal an "alten" Hölzern aus den 90ern erste Bastelversuche unternommen. Hauptsächlich bestand diese Versuche darin Hölzer auszubessern, aufzufrischen und teilweise durch verschiedene Versiegelungen deren Eigenschaften zu verändern.

Dann habe ich begonnen mit Pappelsperrholz zu experimentieren. Mein erstes ordentlich spielbares Holz ist dabei aus einer Verleimung von 2 mal 4 mm Pappelsperrholz entstanden, das jeweils aus 3 kreuzverleimten Pappelfurnieren besteht. Also ein 6 schichtiges Holz mit 8 mm Dicke.

Pappel 1,3 | Pappel 1,3 | Pappel 1,3 | Pappel 1,3 | Pappel 1,3 | Pappel 1,3
| -- | | -- |

Die Form ist dem Ebenholz NCT V von Stiga nachempfunden (wie alle meine Hölzer). Das Holz wiegt 84g und wurde mit Weißleim verleimt und zwischen Arbeitsplatten mit 5 großen Schraubzwingen ca 15-24 Stunden gepresst, es hat außerdem Griffschalen aus Pappelsperrholz (ebenfalls wie alle meine bisherigen Hölzer).
Das Holz liegt im Allroundbereich, ist natürlich sehr sicher und wird momentan erfolgreich von einem Vereinskollegen auf Kreisebene eingesetzt.

Das nächste Holz war dann eine Kombination aus

Nussbaum 1mm | Pappelsperrholz 4 mm | Birke 1,5 mm
| | |

allerdings war das Holz weder mit KN noch mit NI vernünftig spielbar. Vermutlich auch wegen der fehlenden Verstärkung der Querrichtung. Gewicht lag ebenfalls bei ca 84 g.

Beim nächsten Holz wollte ich ein wirklich schweres Holz bauen um gewichtsmäßig meine Grenzen auszutesten.

Birke 1mm | Linde 1mm | Birne 3mm | Linde 1mm| Birke 1mm
/ \ | / \

Wie zu erwarten ein sehr schweres Granatenholz mit einem Gewicht von knapp 135g da ich auch mit dem Leim nicht gegeizt habe.

Die nächste Variante war dann bis auf das Gewicht mein bestes Holz. (Dies ist auch das Holz aus meinem Avatar, dem ich in einem Anflug von Euphorie nach dem ersten Training mit dem Brenneisen einige verschlungene Muster verpasst habe, die sich übrigens positiv auf das "Griff-Feeling" auswirken) Dieses Holz hat auch als erstes meiner Hölzer einen Namen erhalten, der sich mir beim ersten Training durch die Spieleigenschaften sofort augedrängt hat: "Nagelring"

Eiche 0,5 | Linde 1,0 | Kiefer 4,0 | Linde 1,0 | Eiche 0,5
| -- | -- |

Allerdings habe ich auch hier relativ viel Leim benutzt so dass das Holz am Ende mit den Griffschalen aus Pappel 120g wog. Mit leichten Belägen spielte sich das Holz dennoch sehr gut und direkt. Allerdings kam das höhere Gewicht nach dem 2. bis 4. Trainingseinzel dann doch sehr stark durch (und ich bin körperlich gesehen wahrlich kein "Hemd" :wink: ). Dennoch ließen sich mit dem Holz brachiale Schüsse mit der KN auf Rückhand und dem Stiga Boost TS 2,0 auf der Vorhand abfeueren. Der dabei entstehende Sound war fast ehrfurchtgebietend. Mit dem Gambler Wraith auf der Vorhand waren dann auch sehr sehr kurze und schnittige Aufschläge und äußerst gefährliche Topspins möglich. Wenn ich wieder mehr Zeit zum Basteln finde werde ich die gleiche Kombination noch mal mit dünnerem Kernfurnier und weniger Weißleim oder Hautleim nachbauen.

Als meine vorerst letzte Konstruktion aus Zeitgründen wollte ich ein Allroundholz mit hoher Sicherheit und härterem Ballanschlag als bei meinem 8mm Pappelholz bauen. Meine Intention war, dass mein Spectol 21 auf einem harten Außenfurnier besser zur Geltung käme.

Eiche 0,6 | Fichte 0,9 | Pappel 4,0 | Fichte 0,9 | Eiche 0,6
| -- | -- |

Das Holz hat eigentlich relativ gut die angestrebten Eigenschaften abgebildet.
Eröffnen mit der KN ging unheimlich sicher, Schieben sowohl RH als auch VH ebenfalls sehr gut. Das Blocken funktionierte allerdings mit der KN auf RH besser als mit den NI auf VH.
Allerdings hat das Holz auch ein relativ "pappiges" Spielgefühl, vorallem auf der Vorhand mit den NI. Allerdings war das bei Pappel als Kernfurnier auch zu erwarten. Die KN auf der Rückhand überdeckt diesen Eindruck durch ihre Direktheit etwas.

Ein weiterer Nachteil ist natürlich, dass dem Holz beim offensiven Spiel mit der Vorhand ziemlich die Puste aus geht. Auch mit FK Belägen war einfach etwas zu wenig Musik für meinen Geschmack drin.
Dennoch konnte ich mit diesem Holz als Notnagel eine desaströse Hinrunde in der ich zu 80% gegen Gegner mit mindestens 100 TTR Punkten mehr antreten musste noch einigermaßen retten. Wenn der Gegner jedoch anfing mich auf der Vorhand festzunageln avancierte das Spiel zu einer lahmen "Schiebe-Schlacht". Um den Schläger zu drehen und dann sicher mit KN durchzufeuern fehlt mir leider noch das Training.

Dennoch hat das Holz irgendwie Stil, weshalb ich noch einen identischen Rohling mit Lärche in 0,9 mm anstatt Fichte in 0,9 mm gebaut habe, den ich allerdings noch nicht ausgesägt und fertig bearbeitet habe. Idee dabei war einfach mal zu testen, was ein härteres und steiferes Sperrfurnier gleicher Dicke bei einem sonst identischen Holz für Unterschiede hervorruft.

Nach der anfänglichen Euphorie habe ich mich jetzt dazu druchgerungen im Punktspielbetrieb vorerst wieder ein konventionelles Holz (FS 729 Hinoki Dynasty) zu spielen. Die selbst gebauten Hölzer sollen zu einem kleinen persönlichen "Forschungsprojekt" werden, dass sich auf die Wochenenden und Erprobung mit Ballmaschine beschränken soll bis das ideale Holz konstruiert ist.

Soooo das war jetzt inhaltlich erstmal eine ganze Menge aber eventuell dient dieser Beitrag ja zum Anstoß für die ein oder andere Diskussion, zumal ich diesen Ansatz mit einheimischen Hölzern bisher noch nicht so ausgeprägt im Forum gefunden habe. Kritik und andere Tipps sind gerne gesehen :)

Beste Grüße!

_________________
"Es gibt nichts beständigeres als die Unbeständigkeit" - Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen


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BeitragVerfasst: Donnerstag 13. Februar 2014, 10:39 
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Registriert: Dienstag 14. Oktober 2008, 13:38
Beiträge: 419
Klasse Projekt. Das reine Pappelholz ist dem alten Joola Hold recht ähnlich (5x Pappel).
Ich bin der Meinung, dass du ein anderes Kernfurnier als Pappel verwenden solltest, um ein gewisses Grundtempo erreichen zu können.
Zudem könntest du beim Kernfurnier nur 3 mm Dicke testen. Spart etwas an Gewicht ein.
Den Einsatz von Fichte finde ich sehr gut, könnte auch als Deckfurnier interessant sein, dann aber eher Richtung 0,5 mm.
Welche Holzarten stehen dir denn zur Verfügung?

_________________
Hauptschläger: Holz: Joola Toni Hold White Spot, VH: Victas VS>401 1,8 mm, RH: Grass D'Tecs OX.


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BeitragVerfasst: Donnerstag 13. Februar 2014, 16:54 
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Beiträge: 735
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Spielklasse: Bezirksklasse
TTR-Wert: 1500
Tolles Projekt!

Die Internetseite von Peter Freundlieb bietet auch viele Infos über Furniere und den Selbstbau:

http://www.tt-piet.de/infos-zu-furnieren.html

_________________
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