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 Betreff des Beitrags: MILKY WAY Neptune / Neptune Soft
BeitragVerfasst: Samstag 28. Juli 2007, 07:55 
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Nach nun ca. 2 Monaten Testerei mit dem Neptune möchte ich nun dem Belag ein eigenes Thema widmen. Wäre schön, wenn andere Tester dieses Belags sich am Thema beteiligen würden. Der Belag wurde von mir mit unterschiedlichen Schwammstärken und Farben getestet. Ein rote OX-Version vermöchte nicht zu überzeugen, da schon am ersten Abend die ersten Noppen abgebrochen sind und diese Version sehr wenig Schnitt erzeugen konnte. Im Lehrgang von letzter Woche hatte ich eine schwarze Version drauf mit 1.0 mm Schwamm. Der Backspin auf Topspin war hier sehr stark und ich hab den Eindruck gewonnen, dass mehr Schwamm bei tangentialem Treffpunkt auch mehr Schnitt erzeugt. Andererseits ist man gegenüber langsamen und schnittleeren Bällen sehr empfindlich und die Bälle landen ohne aktive Schlagtechnik öfters im Netz.

Einen ausführlichen Testbericht gibt es bei unseren Freunden http://oneofakindtrading.com.au/neptune.htm in Australien zu geniessen. Ich habe zum Teil ähnliche Erfahrungen gemacht in Punkto Schlägerneigung: Bei eher senkrechtem Schlägerblatt spielt sich der Neptune eher wie ein Störbelag und bei eher flacher Schlägerneigung eher wie ein Noppeninnen-Belag. Die Flugkurven bei tangentialem bzw. zentralem Treffpunkt unterscheiden sich ziemlich stark. Solche Variationen in den Schlägen können einem Gegner erhebliche Probleme bereiten.


Schupfen
Als Rückschlag auf den gegnerischen Aufschlag und Schupfball eignet sich ein aggressiver Schupf mit leicht geöffnetem Schlägerblatt. Der Gegner kann mit Platzierung und Tempo unter Druck gesetzt werden. Werden solche Bälle vom Gegner gezogen, geraten diese öfters zu lange. Chen Weixing spielt solche Rückschläge mit seiner Noppe (früher TSP Curl P1R). Beim "Stechen" sollte der Ball möglich früh (aufsteigende Flugphase) gespielt werden.
Im Gegensatz dazu macht es als Variation auch Sinn, den Ball sehr spät und mit flachem (geöffnetem) Schlägerblatt zu spielen. Dieser Ball erhält je nach Handgelenkeinsatz leichten bis mittelstarken Unterschnitt. Diese Art von Schupf ist für den Gegner nicht sehr gefährlich, lebt jedoch von der Schnittvariation. Joo Se Hyuk spielt solche Returns mit dem Feint Long III.

Konter und Schuss
Je grösser die Schwammstärke ist, um so besser spielt sich der Belag bei dieser Art von Schlägen. Ich beginnen mal mit dem Schuss auf zu hoch geratene gegnerische Bälle. Dieser Endschlag ist absolut tödlich, da der Neptune bei starkem Handgelenkeinsatz ein brutales Tempo erzeugt. Der Schuss auf zu hohe Bälle ist technisch betrachtet ziemlich einfach zu spielen und beschert einem viele Punkte.
Etwas schwieriger wird es beim Kontern auf flache Bälle. Da der Belag bei eher senkrechtem Schlägerblatt kaum ein gebogene Flugkurve erzeugen kann, muss da tüchtig mit eine Aufwärtsbewegung nachgeholfen werden. Ich gehe mal davon aus, dass der Neptune auf der RH gespielt wird. Für ein sicheres Kontern ist es sehr wichtig mit hochgehaltenem Ellbogen als stabilem Drehpunkt und mit viel Aussendrehung im Oberarm zu spielen. Kontertechniken mit Strecken des ganzen Arm nach oben sind schwieriger zu kontrollieren wie mit Aussendrehung des Oberarm in der Schulter, wo die Hand von der Ausholphase (waagrechter Arm) zur Endphase ca. einen 90° Winkel durchschreitet.
Der Konter ist jedoch ein sehr gefährlicher Schlag, da er von noppenunerfahrenen Gegnern häufig ins Netz gespielt wird. Beim Konter mit dem Neptune ist kaum Schnitt drin und der Ball sackt ähnlich ab wie z.B. beim FS 837.

Block
Da es doch ziemlich viele Blockvariationen gibt und ich eher verteidige wie blocke, ist mir eine ausführliche Beschreibung dieser Schlagtechniken mit dem Neptune nicht möglich. Frühes passives Blocken ist sehr gut möglich, bereitet dem Gegner jedoch keine grösseren Probleme. Aktives Blocken ist da schon eher schwierig, was aber auch gefährlicher ist. Was sehr gut geht, ist das frühe Abstechen des gegnerischen Topspins. Diese Technik eignet sich auch hervorragend für Stoppbälle bei Gegnern, die aus der Halbdistanz ziehen.

Noppentopspin
Ein weiteres Highlight des Belags ist das sichere Anziehen des Balls mit der RH. Es kann mit normaler Topspinbewegung gezogen werden, wobei das Schlägerblatt tendenziell senkrecht zu halten ist. Der Ball erhält für einen Noppenbelag ungewöhnlich viel Schnitt. In Variation mit dem Konter entstehen hier verwirrende Schnitt- und Tempovariationen. Noch schlimmer für die Gegner wird es, wenn einmal mit der LN gezogen wird und ein nächstes Mal mit gedrehtem Schläger und dem Noppeninnen-Belag. Für Spieler, die nicht sonderlich gerne die RH umlaufen, um mit der VH anzugreifen, ist der Neptune ideal, da sich einem viele Angriffsoptionen bieten.

Unterschnittverteidigung
Keine Ahnung warum, aber dieser Belag ist der absolute Topspinkiller. Bei tangentialem Treffpunkt, also mit sehr flachem Schlägerblatt und massivem Handgelenkeinsatz, erzeugt der Belag in der 1.0 Schwammversion brutal viel Unterschnitt. Im Verleich mit z.B. einem Neubauer Roulette (GLN) erzeugt der Neptune sogar mehr Unterschnitt. Schon bei wenig Schnitt des Gegners rollt der Ball auf dem Boden angekommen zurück. Es ist auch sehr gut möglich, den Schnitt zu variieren. Die Abwehr erfolgt eher tangential und hat viel Backspin oder der Ball wird eher zentral getroffen und dann ist weniger Unterschnitt drin. Bei zentralem Treffpunkt in der Abwehr kann jedoch extremes Tempo und eine flache Flugkurve erzeugt werden. Spielt man gegen Leute mit viel Rotation, werden die kaum ein zweites oder drittes Mal ziehen. Viel eher werden sie den Ball hinlegen und massive Laufarbeit ist angesagt. Die Stärke des Belags ist gleichzeitig auch eine Schwäche: Gegen wenig Schnitt wie z.B. kurze Noppen oder Anti, nützt die besagte Stärke kaum und das Heil ist eher in der Schnittvariation zu suchen.

Fazit
Unterschnittverteidigung weich
Schnitt ++++ / Kontrolle +++

Unterschnittverteidiung hart
Schnitt +++ / Kontrolle ++(+)

Unterschnittblock
Schnitt +++ / Kontrolle +++

Passivblock
Platzierung +++ / Kontrolle +++

Aktivblock
Tempo & Platzierung +++ / Kontrolle ++

Schuss
Tempo ++++ / Kontrolle ++(+)

Konter
Platzierung, Tempo & Störeffekt +++ / Kontrolle ++

Noppentopspin
Schnitt ++++ (relativ zu andern griffigen LN) / Kontrolle +++

Aufschlagreturn
Insgesamt +++ / Kontrolle +++

Der Neptune ist ein äusserst anspruchsvoller Belag, der einem fast alle Möglichkeiten von LN bietet. Absolute Stärke ist das Erzeugen von extrem viel Schnitt und an zweiter Stelle das Variieren der Rotation. Für reine Block- und Konterspieler dürfte der Belag nicht sonderlich geeignet sein, obwohl der Belag einige gewichtige Angriffsoptionen bietet. Ich spiele zur Zeit beideitige lange Abwehr mit VH-Gegenangriffen. Für ein solches Spielsystem kann ich mir kaum was besseres vorstellen.

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Cheers, Martin

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BeitragVerfasst: Samstag 28. Juli 2007, 08:50 
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Hi,

super testbericht :ok:
Ich bekomme gerade richtig Lust auf den Belag, obwohl ich eigentlich
bei meinem FL III bleiben wollte...

Kannst vielleicht noch folgende Aspekte mit dem FL III vergleichen?
-US gegen TS (weich mit tangentialem Treffpunkt)
-Aufschlagannahme insgesamt
-Flugkurve
-Angriffsmöglichkeiten

Und wo bekomm ich den Belag am besten her?
Oder kann ich bei "one of a kind trading" auch mit
Euro bezahlen?

Gruß
Kryptoianer

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Spark
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BeitragVerfasst: Samstag 28. Juli 2007, 09:41 
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Hoi Kryptoianer

Kryptoianer hat geschrieben:
Kannst vielleicht noch folgende Aspekte mit dem FL III vergleichen?
-US gegen TS (weich mit tangentialem Treffpunkt)
-Aufschlagannahme insgesamt
-Flugkurve
-Angriffsmöglichkeiten

Gruß
Kryptoianer


Obwohl beide Beläge ähnlich aufgebaut sind, verhalten sie sich doch ziemlich anderst. Der FL III ist sowas wie das Gegenteil vom Neptune in Sachen griffige LN. Der FL erzeugt deutlich weniger Backspin in der weichen Verteidigung, ist jedoch einiges kontrollierter zu spielen.
Ich hab den FL III schon seit einiger Zeit nicht mehr gespielt und kann bloss aus der Erinnerung heraus antworten. Die Flugkurve beim Neptun dürfte in der weichen Verteidigung gebogener sein und es besteht schon die Gefahr, dass die Bälle zu hoch geraten. Sind solche Bälle genug lang (Grundliniennähe), sind sie wegen des extrem Backspins trotzdem sehr gefährlich. Der FL III ist der absolute Allrounder unter den griffigen LN und das Spiel am Tisch mit Block und Konter ist wesentlich einfacher damit (Umstieg von kurzen Noppen auf FLIII sind problemlos möglich). Natürlich ist auch das Servicereturn mit dem Feint Long sicherer, aber auch ungefährlicher.

Den Neptun zu beherrschen stufe ich noch höher ein wie ein CurlP1R. Dafür wird man mit unglaublichen Möglichkeiten der Schnitt- und Tempovariationen belohnt. Der Neptun verzeiht nicht allzuviel und die Schlagtechniken müssen sehr sauber und stabil sein. Der Neptun passt definitiv nicht auf ein OFF-Holz, macht sich jedoch sehr gut auf Allround. Habe den Belag in der letzten Zeit auf einem Stiga Allround Oversize gespielt, was sehr gut geht.
Ich stelle mich jedoch der Herausforderung, diesen Belag zu beherschen und nach 2 bis 3 Monaten hab ich schon sehr an Sicherheit mit dem Belag zugelegt. Da ich zur Zeit eher defensiv spiele passt der Belag sehr gut, da diese Spielweise imho seine Stärke ist. Je mehr auf Tempo gespielt wird, umso riskanter wird das Spiel mit dem Neptun. Der Belag passt für Spielertypen, die dem Gegner mit ständigen Tempo- und Schnittvariationen das Leben schwer machen wollen und dafür auch ein gewisses Mass an Risiko eingehen mögen (Risikodefensivspiel).

Gruss, Martin

PS Den Belag hab ich von Superpalio

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Cheers, Martin

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BeitragVerfasst: Samstag 28. Juli 2007, 10:06 
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Super, danke :D

Hört sich echt so an, als könnte der Neptun mir gefallen, aber ich
denke es ist besser wenn ich ihn erst nach der Vorrunde teste.
Hast du den Belag auch in rot, 1mm gespielt und hat er sich geauso
verhalten wie in schwarz, 1mm?

Wer einen Neptune abzugeben hat kann sich gerne per PN melden :mrgreen:

Mfg
Kryptoianer

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Spark
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BeitragVerfasst: Samstag 28. Juli 2007, 10:14 
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Hey Kryptoianer

Kryptoianer hat geschrieben:
Super, danke :D

Hört sich echt so an, als könnte der Neptun mir gefallen, aber ich
denke es ist besser wenn ich ihn erst nach der Vorrunde teste.
Hast du den Belag auch in rot, 1mm gespielt und hat er sich geauso
verhalten wie in schwarz, 1mm?

Wer einen Neptune abzugeben hat kann sich gerne per PN melden :mrgreen:

Mfg
Kryptoianer


Ich hab die rote Version auf einem andern Holz. Werde es mal testen, sobald ich Zeit hab.

Gruss, Martin

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BeitragVerfasst: Samstag 28. Juli 2007, 10:54 
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Hoi Martin,

Nach Deiner nahezu perfekten wissenschaftlichen Testbeschreibung, traue ich mich kaum zu einer Stellungnahme :wink: Über die Ausführungen der einzelnen Schlagtechniken und Schlägerhaltung, Winkel habe ich mir weniger Gedanken gemacht. Ich bin da eher der Praktiker. :mrgreen:

Ich habe aber dennoch zwei Fragen:
Auf welchem Holz/welchen Hölzern und in welcher Farbe/welchen Farben hast Du den Neptune gespielt? Sind Dir Unterschiede zwischen dem roten und schwarzen Neptune aufgefallen?

Angeregt von Deinem damaligen Test, habe ich mir auch zwei Neptunes in 0,6mm besorgt, rot und schwarz und gestern bei Luna & Alex zwei rote nachgeordert. Eine 1,0mm-Version ist auch noch unterwegs. OX spiele ich generell nicht, weil ich für meine Noppenspins Schwammunterlage benötige. Die Testdauer habe ich mir nicht genau notiert. Ich habe den Belag aber ca. 1 Woche nach dem großen Noppentest erstmals gespielt und sicherlich 12-15-mal im Einsatz gehabt.

Den roten Neptune habe ich zuerst auf einem KSK (VH Hurricane 3 in 1,5mm) gespielt, was aber nicht optimal funktionierte. In der langen Abwehr bekam ich zwar viel Unterschnitt in die Bälle, hatte aber die von Dir angeprochenen Probleme beim Block. Weiterhin gerieten viele Bälle in der langen Abwehr zu lang, was eindeutig am zu hohen Katapulteffekt des Holzes lag. Gefährlich für die Gegner wurde es immer dann, wenn ich über den Ball ging, also einen Noppspin spielte. Der Ball hatte nicht ganz so viel Rotation, tauchte aber ab und konnte nicht attackiert werden. Effektiv waren auch RH-Schüsse, insbesondere im Doppel. Man kann mit dem Neptune kurze und unterschnittene Aufschläge prima flippen oder aus dem Handgelenk schießen. Bei schnellen Aufschlägen ist das Abblocken am Tisch schwieriger. Weil ich aber auch häufiger mal am Tisch spiele, werde ich aber den Neptune auf diesem Holz nicht einsetzen. Die Kontrolle beim Block ist mir wegen des zu hohen Katapulteffekts des KSK doch zu schwierig.

Das Blockproblem bekam ich auf einem Grubba AR+ besser in den Griff. Auf diesem Holz kann ich wesentlich aktiver mit dem schwarzen Neptune spielen. Die lange Abwehr ist nicht ganz so gut kontrollierbar gewesen. Viele Bälle landeten gerade bei der VH-Abwehr (ich drehe häufiger) im Netz, weil die Bälle wegen der flachen Flugkurve stark abtauchten. Wenn ich richtig traf, konnte mit schnellen Topspins selten gepunktet werden und die gegnerischen Bälle landeten im Netz. Das Grubba wurde vom Vorbesitzer dick lackiert, insofern ist das Holz nicht ganz so elastisch wie die Standardausführung. In Kombination mit einem FS-Higher 1,8mm war das Spielgefühl aber trotzdem insgesamt angenehmer, der Schläger insgesamt kopflastiger, weil auch schwerer, was mir entgegenkommt. Im Gegensatz zum KSK kann ich mit dieser Kombi näher am Tisch spielen und der RH-Noppspin kommt druckvoller.

Die dritte und beste Variante war für mich Neptune 0,6mm rot und Kokutaku Tuple 007, 1,2mm Japan mit 44° Schwamm auf einem TT-Master Sensitive (Abwehrcarbon). Für dieses Holz scheint der Neptune wie geschaffen zu sein. In der langen Abwehr erziele ich sowohl auf RH als auch mit meiner VH-Technik unheimlich viel Unterschnitt und kann sehr gut platzieren. Blocken geht auch, ist aber trainingsintensiv. Schupfbälle kann ich flach und in die äußersten Winkel setzen, kurze Aufschläge flippen und aus dem Handgelenk schießen. Die Annahme von schnellen Rollaufschlägen muss ich noch verbessern. Konterbälle mit LN sind nicht meine Stärke, kann ich also nicht aussagekräftig beurteilen. In Kombination mit dem klebrigen NI-Belag entsteht ein unangenehmer Schnittwechsel und im Gegensatz zum Grubba-Holz werden viele Topspins vom Gegner über den Tisch gezogen. Insgesamt ist ein super kontrolliertes Abwehrspiel mit bösen Schnittwechseln möglich. Die VH ist mir in 1,2mm noch etwas langsam, daran werde ich noch tüfteln, doch der Neptune ist auf diesem Holz gesetzt und ich werde mit ihm und dem TT Master die neue Saison beginnen.

Nach meinen Testeindrücken, scheint ein härteres, schwereres Holz für den Neptune besser geeignet zu sein, als eine leichte Balsa-Kombination. Die Returns kamen bei mir zumindest falcher und entwickelten mehr Schnitt. Ob sich das mit einem 1,0mm-Schwammgummi noch steigern kann oder die Kontrolle darunter zu sehr leidet, kann ich derzeit mangels Vergleichsmöglichkeiten nicht beurteilen.

Bezüglich der Haltbarkeit haben sich meine anfänglichen Bedenken zerstreut. Beim roten Exemplar zeigten sich nach den ersten beiden Trainingsabenden an einigen Stellen zwischen den Noppen und auf einem Noppenkopf kleine schwarze Pünktchen, was auf ein Abplatzen der roten Farbschicht an der Oberfläche hindeutete. Vielleicht hatte mein kräftiger Trainingspartner zu hart geschossen. :D Dies fällt aber kaum auf und hat sich auch nicht weiter fortgesetzt. Mir persönlich kommt die rote Version etwas schneller vor.

Im Gegensatz zum FS 837, den ich in 0,6mm gespielt habe, empfinde ich die Flugkurve als flacher und die Kontrolle beim Neptune besser. Die Noppen sind bei meinem Exemplar etwas härter und dadurch der RH-Schuß leichter zu spielen. Die Flugbahn des 837 war bei meinen Noppspins etwas unruhiger, der Neptune kommt mir da geradliniger vor. Das Anschlaggefühl ist beim Neptune etwas direkter, der Schwamm kommt mir kompakter als der orange Medium-Schwamm des 837 vor. In der langen Abwehr kann ich mit dem Neptune stärker "hineinhacken" und die Returns kommen schnell und flach, was in dieser Form für mich beim 837 nicht so möglich war. Ich musste den Belag eher etwas weicher "führen" und bei der langen Abwehr hinter dem Tisch "tiefer" nehmen.

Fazit: Insgesamt ist der Neptune für mich variabler und sicherer als der 837, mein Referenzbelag, zu spielen. Das Blockspiel ist für mich bei beiden Belägen nicht optimal, jedoch beim Neptune etwas sicherer. Manche Japaner sind da besser (Grass OFF, Double Fish 1615) Dieses Manko macht er aber durch Vorteile in der langen Abwehr wieder wett. Insgesamt erscheint mir der Neptune als ein vielversprechender, wenn auch trainingsintensiver, Kompromiss zwischen japanischen und den bekannten chinesischen LN, dem ich eine Chance geben werde.

Gruß Bamboole

Nachtrag:
Sorry Martin, unsere Beiträge haben sich überschnitten, wie ich gerade gesehen habe. Insofern sind einige Fragen mittlerweile schon beantwortet.
Meine Exemplare sind von Clipper Wood, der auf eine neue Lieferung wartet.

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Gnade hilft uns nicht weiter! Zynismus ist die Fähigkeit, die Welt so zu sehen, wie sie wirklich ist.

Ich teste, also bin ich!


Palio Yue Wang, P1R 1,5mm, Gewo Hype KR 47,5° 1,9mm
TSP Balsa Fitter 5.5, Meteor 845 1,5mm, Acuda S1 Turbo 1,8mm
Nittaku Septear, Hass 1,5mm MX-S, 1,8mm


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BeitragVerfasst: Samstag 28. Juli 2007, 11:34 
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Hoi bamboole

Deine Erfahrungen decken sich recht gut mit den Meinigen. Hab erkannt, dass eine "weiche" lange Abwehr noch einen stärkeren US erzeugt, was dazu führt, dass die Flugkurve gebogener ist. Der Neptune hat tatsächlich zwei verschiedene Flugkurven, je nachdem ob eher tangential oder zentral getroffen wird, was man sehr gut am Klang hören kann.
Flip hab ich leider noch nicht viele gespielt, da ich zur Zeit eher defensive spiele auf der RH. Werde diesen Schlag als Aufschlagreturn jedoch auch noch in Betracht ziehen.
Zu Beginn hatte ich grosse Kontrollprobleme beim Neptune, was sich jedoch in der Zwischenzeit schon fast erledigt hat. Es braucht eine gewisse Zeit, bis das unterschiedliche Spielverhalten bei veränderter Schlägerneigung begriffen werden kann. Ich glaub am Besten kommt man so rein, wenn man möglichst viele verschieden Techniken nebeneinander anwendet. Je mehr man mit der Schlägerneigung experimentiert, umso vertrauter wird das Spiel mit dem Teil. Ein klassischer Neptune-Spieler sollte also auch Lust am Experimentieren haben. Für Sicherheitsspieler gibt es geeignetere Beläge. ;)

Gruss, Martin

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BeitragVerfasst: Samstag 28. Juli 2007, 12:07 
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Die beiden unterschiedlichen Flugkurven, je nachdem, ob ich die Bälle hart oder weich spiele, kann ich bestätigen. Gehe ich in der langen Abwehr eher weich hinein, steigen die Bälle, drehen sich aber auch nach außen und produzieren "Eierbälle". Beim Endschlag des Gegners landet dieser auch schon mal häufiger im Netz. Man kann also den Gegenüber auch mal "locken". Effektiv war bei mir auch das Spielen von kurzen Aufschlägen in die Tischmitte hinters Netz ohne Schnitt. Die Returns kamen häufig zu hoch und konnten von mir mit der RH abgeschossen werden. Eigene schnelle Rollaufschläge wurden häufiger ins Netz retourniert. Flipp funktioniert bei mir nur auf der RH, wobei der VH-Flip auch nicht meine Stärke ist und allgemein nur selten gespielt wird. Insgesamt habe ich das Potenzial des Neptune sicherlich noch nicht ausgeschöpft. Die Möglichkeit mit dem Neptune auch mal VH-Noppspin zu spielen, was mit dem 837 passabel funktioniert, muss noch intensiv trainiert werden. Ich kann Dir nur zustimmern, man muss wirklich verschiedene Techniken ausprobieren und den Belag auf RH und VH zu spielen versuchen, um zu erkennen, was in dem Belag steckt. Für mein "Kraut & Rüben-Spiel" zwischen Abwehr und Angriff scheint der Neptune dazu geeignet zu sein.

Gruß Bamboole

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BeitragVerfasst: Samstag 28. Juli 2007, 15:24 
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Hi Bamboole

bamboole hat geschrieben:
... Effektiv war bei mir auch das Spielen von kurzen Aufschlägen in die Tischmitte hinters Netz ohne Schnitt. Die Returns kamen häufig zu hoch und konnten von mir mit der RH abgeschossen werden.


Werde das bestimmt probieren, weil ich immer froh bin um Rückschlagvariationen. ;)
Lange Rollaufschläge kann ich bestätigen und werden auch von meinen Gegnern häufig ins Netz gespielt. Wichtig dabei ist, völlig ohne Schnitt zu servieren d.h. vor allem ohne Seitschnitt.


Gruss, Martin

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BeitragVerfasst: Montag 30. Juli 2007, 06:49 
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wow....der Belag hört sich ja als "muss ich haben" an....... :o

was denkt ihr...wie verhält sich der schwarze neptun 0,6 mm auf einem Joo Se Hyuk Holz ?

ich spiele sehr viel in der Halbdistanz um so variabel je nach Spiel schnell am Tisch zu sein um anzugreifen oder auch um weiter nach hinten zu gehen.

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Holz: Matsushita pro alpha
VH : Tenergie 64, 1.9, rot
RH : Tibhar Grass D.Tecs ox, schwarz


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