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(gl)Anti als LN-Alternative(?)
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Autor:  tarzun [ Montag 12. Oktober 2020, 12:16 ]
Betreff des Beitrags:  (gl)Anti als LN-Alternative(?)

Ich war letztes Wochenende im Trainingslager mit Mannschaft/ Verein und habe dort neben den verschiedenen Übungen und Spaß-Wettbewerben auch mal 10min mit einem Anti rumspielen können (ein, vermutlich älterer, YAP). Ich selbst spiele seit nun knapp 2 Jahren LN mit relativ gutem Erfolg (knapp +250 TTR) und ner Menge Spaß dabei. Mir gefallen die Möglichkeiten zu stören, aber auch aktiv (Druckschupf!) zu spielen.

Mit dem Anti (auf irgendeinem Joola-Vollholz) und hatte ich gefühlt instant eine bessere Kontrolle als mit Zeus/Hellfire, der aktuellen Spielkombi. Insb. von etwas abseits vom Tisch ging das "choppen" einfacher. Ebenso kamen (Druck)Schupfs mit einer extrem guten Länge, fast reproduzierbar auf/kurz vor die Grundlinie. Das fühlte sich schon gut an. Jetzt waren das nur knapp 10min und daher nicht maßgeblich.

Dennoch: Ich spiele LN weil ich gegen zwei der häufigsten Spielertypen einen Konter haben will: Kampfschupfer (inkl. so Rumkrökler) und Angreifer. Das klappt mit der LN wie gesagt ja auch ganz gut. Wo es noch klemmt sind u.a. das Blocken von härteren TS am Tisch (segeln hinten raus), ebenso schaffe ich es noch nicht, aggressiv genug zu spielen, dort unterlaufen mir noch zu viele Fehler, gerade gegen so passive Krökler (Noppen-Schuss).

Das führt dazu, dass ich gegen Leute ohne Ahnung "wegen" der Noppe und problemlos gewinne, gegen Angreifer mit dem Klassiker "Rollaufschlag auf LN und rumms" so mittel bis gute Chancen habe und mich gegen Krökler öfter noch schwer tue, aber auch regelmäßig gewinne. Die gefühlte Sicherheit mit dem Anti hat mich auf die Idee gebracht, ob es nicht sinnvoll sein kann (in der Saisonpause dann) ggf. auf (gl)Anti umzusteigen.

Soweit ich (gl)Anti verstehe müsste ich damit folgendes abdecken können:

- unempfindlich gegen Schnitt bei der Aufschlagsannahme, kann direkt aktiv zurückspielen (Druckschupf, Seitwischer) oder kurz blocken (Rollaufschlag) bzw. zurück-choppen.
- gefährliche / kurze / stehenbleibende Blocks mit der RH gegen feste Topspins / Schüsse. Hier muss natürlich die VH "mitspielen", damit der Gegner die Anti-RH nicht einfach ignoriert.
- sichere Angriffsschläge auf Unterschnitt und leere Bälle (? - hier bin ich nicht sicher ob das wirklich einfach geht) mit Seitwischer und Druckschupf.

Damit würde ich einen Großteil der Gegnertypen in meiner "Reichweite" abdecken. Den einen block ich die Angriffe zurück, hab aber auch ein Mittel wenn man mich "an-lullert", die Kampfschupfer kriegen den Druckschupf / Dropkick-Lift um die Ohren und werden hin und her geschickt bis die hohe Ablage kommt und ich verwandeln kann.

Ist das irgendwie realistisch gedacht oder völliger Quatsch?

Autor:  Störnoppenfan [ Montag 12. Oktober 2020, 13:23 ]
Betreff des Beitrags:  Re: (gl)Anti als LN-Alternative(?)

@tarzun,deine Überlegungen bezüglich Anti halte ich durchaus für realistisch.Habe ähnliche Probleme wie von dir beschrieben und mich deshalb entschlossen,den Yap zu versuchen (siehe Signatur).Zu Glanti`s kann ich nichts sagen weil ich keinerlei Erfahrung damit habe.

Autor:  Glantiator [ Montag 12. Oktober 2020, 14:19 ]
Betreff des Beitrags:  Re: (gl)Anti als LN-Alternative(?)

Ich habe auch nach knapp 7-jähriger TT-Pause (davor beidseitig Donic Vario in 2,0 gespielt) vor knapp 6 Jahren – aber diesmal mit Noppen OX – wieder angefangen. Doch ich war schnell der Testeritis verfallen und habe griffige und glatte Antis probiert. Eine längere Zeit habe ich den Buffalo gespielt, dann den Transformer und den Mega Block. Dazwischen immer wieder zwischen Glanti, Anti (YAP, Super Anti) und Noppen (auch mit Schwamm gewechselt). Hier meine Erkenntnisse – also rein subjektiv, doch vielleicht helfen sie Dir ja.

Zuerst: Sämtliche OX-Noppen (auch Claw und Stachelfeuer) sind schneller als die meisten Glantis.
Also wenn Du die gleiche Geschwindikeit zu Deinen Noppen haben möchtest, dann sind die meisten Glantis der neusten Generation (oft sehr extremer Dämpfungsschwamm mit sehr hartem Obergummi) zu langsam.

Suchst Du eine ähnliche Geschwindigkeit wie bei OX-Noppen, dann wären vom Materialspezialisten der BAD und der Transformer und Mega Block in ganz dünnnen Schwammstärken möglich. BAD und Mega Block sind für Glanti-Verhältnisse ware Kontrollwunder und fast ähnlich gut zu kontrollieren wie klassische Antis. Der Nachteil hier ist jedoch, dass die SU bzw. SW (Schnittweiterleitung) weniger stark ausgesprägt ist als bei den neusten Modellen (ABS 2, Vortex, Super Glanti, Störkraft).

Suchst Du eine ähnliche Geschwindigkeit plus sehr leichtem Gewicht, dann wären wiederum BAD, Transformer und Mega Block zu empfehlen (Gorilla und Grizzly empfehle ich für Dich nicht, da zwar leicht, jedoch sehr schnell und ziemlich schwer zu beherrschen).

Suchst Du nach OX-Spielgefühl und Du möchtest auch weniger Geschwindigkeit, dann sind eigentlich alle neueren MSP-Glantis in den dünnsten Schwammstärken zu empfehlen. Momentan macht wohl hier der Spinparasite Spezial das Rennen.

Möchtest Du ein ganz anderes Spielgefühl haben, dann wären der Vortex (Vorsicht – im Vergleich ganz schweres Obergummi, dafür aber extrem haltbar) und die ABS-Glantis von Neubauer empfehlenswert. Vortex ist bei der Haltbarkeit vorne und spielt sich relativ einfach.

Zu den klassischen Antis kann ich Dir nur sagen, dass diese weniger etwas für mich sind. In dünnen Schwammstärken würde ich Dir hier den Neo Anti von Juic empfehlen.

Ich persönlich spiele im Moment wieder den Mega Block und dies in 2,0. Ich habe für mich gemerkt, dass ich Kontrolle dem Störeffekt und der SU vorziehe. Ich musste (durfte) gestern in der BOL aushelfen und habe dort gegen zwei höher positionierte Spieler ziemlich gut gespielt (1 gewonnen und 1 knapp verloren). Egal ob spinnige Topspins und Schlagspins, beides konnte ich mit dem Mega Block gut parieren. Gerade der Seitenwischer war sehr erfolgreich. Ich glaube nicht, dass ich ähnlich gut gespielt hätte, hätte ich OX-Noppen oder klassischen Anti gespielt. Für mich als tischnahen Störspieler, der ab und zu mit der VH angreift, hätte ich bei OX und Anti folgende Nachteile gehabt:

OX: Der Hackblock erfordert eine unheimlich schnelle Reaktionszeit und eine gute Stellung zum Ball. Da ich jedoch auch öftes nicht gut zum Ball stehe, würden hier doch mehr Blocks nicht auf den Tisch kommen. Offensiv finde ich den Druckschupf und Seitenwischer schwerer zu spielen.

Anti: Hier finde ich, dass trotz der oft sehr geringen Restgriffigkeit das Schlägerblatt beim Blocken immer noch angespasst werden muss. Dies haben ich z.B. beim Mega Block nicht. Offensiv hat vielleicht der klassische Anti ein wenig Vorteile.

Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig weiterhelfen!

Autor:  tarzun [ Dienstag 13. Oktober 2020, 08:03 ]
Betreff des Beitrags:  Re: (gl)Anti als LN-Alternative(?)

Ich hab hier nochmal nachgedacht. Finde die Idee weiterhin interessant (auf Insta/FB hatten die GeblockTT ein kurzes Video wo mit einer Topspin-Bewegung heftiger US rübergegeben wurde, das is schon nice), sehe aber auch ein paar Risiken / zu beachtende Dinge, insb. im Bereich der GlAntis.

Habe die Threads hier aufmerksam gelesen, da kommt insb. immer wieder das Problem hoch dass die Glantis schnell "stumpf" werden, spezielle, teils esoterische, Pflegemethoden brauchen und es ernsthaft spürbare Unterschiede zwischen Bällen, Platten und gar Hallen (Luftfeuchtigkeit / Temperatur) geben soll.

Nun will ich nicht mit einem Kleinlabor zum Spiel fahren und vorher messen, welchen der Glantis auf welchem Holz ich nun wie einwachsen muss, damit ich in der mittelfeuchten Halle an abgespielten DONIC-Tischen mit Joola-Bällen ich einen Rückschlag über die Platte kriege.

Ist das ernsthaft so mit den massiven Unterschieden oder kann ich das in meinem Bereich (knapp 1400 TTR, Höchstwert im Verband/Verein knapp 1700/1800) ignorieren oder wenn dann doch lieber erstmal Standard-Anti (also YAP, Super Stop und so) probieren, wenn überhaupt.

Autor:  Manuel :) [ Dienstag 13. Oktober 2020, 08:23 ]
Betreff des Beitrags:  Re: (gl)Anti als LN-Alternative(?)

Spiel einfach einen sicheren anti. Damit tust du dir den größten gefallen

Autor:  caecula [ Dienstag 13. Oktober 2020, 08:51 ]
Betreff des Beitrags:  Re: (gl)Anti als LN-Alternative(?)

Manuel :) hat geschrieben:
Spiel einfach einen sicheren anti. Damit tust du dir den größten gefallen
Das ist ein guter Tipp. Oder spiel eine sichere Langnoppe. Eventuell geht auch ein sicherer Noppeninnenbelag ... :roll: ...

Ernsthaft:
Ich spiele Troublemaker ox, konnte aber neulich durch Zufall einen 1.6er Super Glanti eine Stunde lang probieren - das war nach wenigen Minuten Umstellung aufgrund der wesentlich geringeren Geschwindigkeit einfach nur gut, insbesondere Verteilen der Bälle und auch Angriff auf leere Bälle (war teils Test Anti gegen Anti). Mit einem Super Stop hingegen kam ich gar nicht klar.
Kurz gesagt, probier es aus und mach Dir nicht zuviel Gedanken um Ball-Platten-Luftfeuchtigkeit-Temperatur-Kombinationen - irgendwas ist schließlich immer ... :-) ...

Autor:  tarzun [ Dienstag 13. Oktober 2020, 09:28 ]
Betreff des Beitrags:  Re: (gl)Anti als LN-Alternative(?)

caecula hat geschrieben:
mach Dir nicht zuviel Gedanken um Ball-Platten-Luftfeuchtigkeit-Temperatur-Kombinationen - irgendwas ist schließlich immer

Das ist genau was ich nicht machen will :) Man bekommt beim Lesen des Forums halt manchmal den Eindruck, dass man zu jedem Spiel ein Hygrometer mitnehmen muss, bei all dem was angeblich Einfluss auf Glanti haben kann.

Ich will in die Halle fahren, umziehen, Schläger aus der Tasche und dann loswurzeln, ggf. zwischendurch mal reinigen und Feierabend. Wenn "schnelle Halle / spinarmer Tisch" das TT-Äquivalent zu "CDs in den Tiefkühler für besseren Klang und goldene Kabel!" ist, dann kann ich das entsprechend einordnen (und ignorieren :)).

LN spiele ich ja schon (und NI fällt aus, ich will schon bisserl was "Exotisches"), die Ursprungsidee war ja, ob ich mit Anti sicherer bzw. mehr der üblichen / häufigen Gegnertypen/-spielweisen kontern kann als mit LN.

Da wäre "Du musst den Anti mit dem Blut eines frisch geopferten Huhns reinigen, damit er wirklich glatt bleibt" für mich eben keine Option, "Don't sweat it, die Dinger sind auch so glatt genug" schon eher Motivation das mal zu probieren :)

Autor:  hijo de rudicio [ Dienstag 13. Oktober 2020, 09:52 ]
Betreff des Beitrags:  Re: (gl)Anti als LN-Alternative(?)

Nur wenn man den Glanti mit pürierten Krötenaugen reinigt bleibt er wirklich glatt!

Ernsthaft:
Man hat halt je nach Gegebenheiten mal mehr und mal weniger Schnittumkehr, diese spielt meiner Meinung nach aber eh nur noch eine untergeordnete Rolle und wenn man sich allein darauf verlässt ist man verlassen.
Die Sicherheit in den eigenen Schlägen bleibt von unterschiedlichen Bedingungen so gut wie unberührt und wenn es dir primär darum geht spricht nichts gegen einen der einfach zu spielenden Glantis.
Wenn dir der YAP aber auf Anhieb getaugt hat und dir nicht zu schnell war(die neueren Glantis sind alle -zum Teil deutlichst!- langsamer) machst du mit dem sicher auch nix falsch...

Autor:  Manuel :) [ Dienstag 13. Oktober 2020, 10:59 ]
Betreff des Beitrags:  Re: (gl)Anti als LN-Alternative(?)

caecula hat geschrieben:
Manuel :) hat geschrieben:
Spiel einfach einen sicheren anti. Damit tust du dir den größten gefallen
Das ist ein guter Tipp. Oder spiel eine sichere Langnoppe. Eventuell geht auch ein sicherer Noppeninnenbelag ... :roll: ...

Ernsthaft:
Ich spiele Troublemaker ox, konnte aber neulich durch Zufall einen 1.6er Super Glanti eine Stunde lang probieren - das war nach wenigen Minuten Umstellung aufgrund der wesentlich geringeren Geschwindigkeit einfach nur gut, insbesondere Verteilen der Bälle und auch Angriff auf leere Bälle (war teils Test Anti gegen Anti). Mit einem Super Stop hingegen kam ich gar nicht klar.
Kurz gesagt, probier es aus und mach Dir nicht zuviel Gedanken um Ball-Platten-Luftfeuchtigkeit-Temperatur-Kombinationen - irgendwas ist schließlich immer ... :-) ...



Wie viele topspins wird er denn in seiner Klasse überhaupt von seinen Gegner bekommen, wo sich die SU eines glantis richtig bemerkbar macht? Ich sage nicht mal eine Hand voll. Daher meine Aussage

Autor:  caecula [ Dienstag 13. Oktober 2020, 12:20 ]
Betreff des Beitrags:  Re: (gl)Anti als LN-Alternative(?)

Naja, Manuel, aber man spielt doch einen Glanti nicht nur gegen Topspinmonster, oder? Ich zum Beispiel fand es einfach cool, wie total egal mir der Schnitt des Gegners sein konnte, was beim Troublemaker im Vergleich dazu bei weitem nicht so der Fall war ... dazu das Verteilen und der Angriff ... wie gesagt, das war gut, ebenso natürlich auch das spielend leichte Blocken der (wenigen) Topspins ... insofern ist das, was man als "sicheren Anti" bezeichnet, wohl stets sehr individuell ... daher meine Aussage ... ;-) ...

Autor:  Tetris [ Mittwoch 14. Oktober 2020, 09:31 ]
Betreff des Beitrags:  Re: (gl)Anti als LN-Alternative(?)

Spannende Diskussion!

Ich bin gedanklich gerade in die andere Richtung unterwegs. Zur vorab zu Erklärung: nach über 20 Jahren Pause bin ich vor 3 Jahren wieder zum TT gekommen und rechtschnell beim Granti gelandet, lange den YAP in 2.0, als mir der auf meinem langsamen Holz zu matschig wurde bin ich auf den Neo Anti 1.5 gewechselt, habe aber auch noch einige andere Grantis getestet. Grundsätzlich bin ich sehr zufrieden und deutlich über dem Niveau, welches ich mir vor 3 Jahren vorstellen konnte :-).

Mit meiner Verbesserung bin ich nun innerhalb der Mannschaften aber auch in den Ligen aufgestiegen und treffe auf agressive Angreifer, welche ich mit meiner Kombi und meinem Allround-Spiel ärgern und auch besiegen kann (wenn meine Blocks gut kommen). In der letzten Zeit habe ich aber das Problem, daß durch den Anti verunsicherte Angreifer oder Kampfschupfer rumkrökeln, ich mit den recht toten Bällen offensiv wenig anfangen kann (mangels Technik/Beinarbeit?) und mit der Rückhand stark limitiert bin (defensiv drehen geht, offensiv drehen bin ich nicht gut genug auf der RH). Da ich letztens einen Kamikaze in freier Wildbahn erleben durfte (zu 12 im 5.Satz gewonnen :-) ), habe ich nun wieder den Gedanken auf LN zu wechseln.

Mein Eindruck (kein sicheres Wissen!):
Granti: Sehr sicher, gute Platzierung möglich aber auch wichtig. Schnittunempfindlich, wenig Störeffekt, wenig Möglichkeiten aktiv das Spiel zu gestalten
Glanti: Schwerer zu beherrschen, wenn dann: sicher, mehr/ ggf. sehr grosser Störefffekt, sehr schnittunempfindlich keine(?) Möglichkeiten aktiv ein Spiel zu gestalten.
LN: Sicher, gute Platzierung möglich aber auch wichtig. Schnittunempfindlich, ggf. grosser Störeffekt, mehr Möglichkeiten aktiv das Spiel zu gestalten

Klar ist, daß es eine grosse Bandbreite an Grantis, aber vor allem an Glantis und LNs gibt und eine Verallgemeinerung hier nicht immer passend sein kann.

Mein Fazit (und damit der gut gemeinte Hinweis an TE): Mit dem Wechsel von Anti auf LN oder umgekehrt hat man gewisse Vorteile, muss sich aber auch den Nachteilen bewusst sein!

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