ich konnte in den letzten Wochen einige Hölzer testen und u.a. auch das ZEUS sowie das ARES von Aeronova. Beide Hölzer finde ich wirklich sehr gelungen und ich denke mir, dass sich bestimmt einige für diese und ihre Unterschiede interessieren könnten. Dieser kleine Bericht kann für euch daher auch gerne als kleine Entscheidungshilfe dienen.
Beide Hölzer habe ich auf der Vorhand mit einem Zyre 03 in 2.5mm (schwarz) getestet. Auf der Rückhand habe ich verschiedene lange Noppen probiert: D.TecS, Dornenglanz X u. Moxa VVIP - jeweils in ox.
Mein ARES wiegt 77g und mein ZEUS wiegt 83g, beide Hölzer haben jeweils eine Blattgröße von 156 x 151 und den durchgehenden Korkgriff (ohne Rillen) und ohne Flügel. Im Aufbau sind beide Hölzer ähnlich, aber doch distinkt verschieden: Das ARES hat einen Balsa-Kern und ist insgesamt etwas dicker (7,5mm meine ich), das ZEUS hat einen Kiri-Kern und ist dünner ausgelegt (6mm meine ich). Außerdem unterscheiden sich beide Hölzer darin, dass das ARES das Carbon direkt unter dem Limba Deckfurnier hat und das ZEUS ein Innerlayer-Carbon Holz ist (Limba - Fichte - Carbon). Auf der Rückhandseite sind beide Hölzer identisch (2 Lagen Kork - Nanofibre - Ebenholz).
Generelle Eindrücke
Die Produktbeschreibung zu beiden Hölzern ist im großen und ganzen ziemlich zutreffend. Das ZEUS spielt sich wirklich linearer und das ARES hat die beschriebenen zwei Gänge. Das sind so die groben Ausrichtungen beider Hölzer, aber wie genau hat sich das bei mir im Testen gezeigt?
Das ZEUS spielt sich passiv und im ersten Eröffnungsball langsamer als das ARES. Beim Schupfen und Blocken ohne viel eigenen Druck bleiben die Bälle tatsächlich eher langsam und lassen sich gut platzieren/kontrollieren. Schupfbälle können leichter kurz platziert werden und passive Blockbälle sind auch deutlich langsamer und lassen sich leichter kurz setzen. Eröffnungsbälle haben viel Spin, sind aber ohne viel Zug nach vorne eher gemächlicher unterwegs.
Das ARES spielt sich hingegen sowohl passiv als auch beim ersten Eröffnungsball dynamischer. Die Bälle (Blöcke, Schupfbälle usw.) sind etwas schneller und lassen sich auch etwas schwerer kurz setzen. Gerade beim Eröffnungsball profitiert man aber von der Dynamik des Holzes, diese lassen sich wirklich sehr leicht spielen und haben eine gute Qualität. Alles in allem spielt sich das ARES irgendwie "leichter" als das ZEUS. Allerdings ist das Feedback auch weniger klar.
Beim Thema Feedback wird klar, dass man das ZEUS mehr spürt. Die Rückmeldung ist klar und man hat stets ein guten Indikator dafür ob man den Ball gut getroffen hat oder nicht. Da verhält sich das ARES etwas "schwammiger". Meiner Meinung nach gleicht es dies aber sehr gut mit der höheren Leichtigkeit bei allen Schlägen aus. Außerdem ist mir aufgefallen, dass der Sweetspot beim ARES größer ist (vermutlich wegen des dickeren Aufbaus, eventuell auch wegen dem Outer-Carbon). Es ist beim ARES also gar nicht so wild wenn man den Ball nicht perfekt mittig trifft, nein das Holz kompensiert über den größeren Sweetspot solche unsauberen Schläge recht gut.
Mehr Qualität und Tempo kann man mit dem ZEUS erzeugen. Bei aktiv gespielten Bällen merkt man (linear zunehmend) welche Kraftentfalltung in dem Holz liegt. Gerade aus der Halbdistanz kann man mit dem ZEUS und Zyre 03 wirklich abartig schnelle Bälle mit hoher Qualität schlagen. Im Spiel aus der Halbdistanz liegt bei mir das ZEUS ganz klar vor dem ARES. Am Tisch performen beide gut, das ZEUS hat etwas mehr Endgeschwindigkeit und Durchschlagskraft und das ARES gleicht unsauber getroffene Bälle etwas besser aus und liefert somit mehr Kontrolle. Mit dem ZEUS "kante" ich häufiger mal Bälle ab die ich nicht komplett sauber getroffen habe - sowas passiert beim ARES eigentlich gar nicht. Dafür kommt der Ball beim ZEUS eben auch nicht so wahrscheinlich wieder zurück (wenn gut getroffen) wie beim ARES. Beim Nachgehen spielt sich das ZEUS meiner Meinung nach besser, da mir dort das schwammigere Feedback beim ARES nicht ganz so gefällt. Hin und wieder gehen dort die Bälle ins Netz oder etwas zu weit und man weiß nicht so genau wieso - beim ZEUS hingegen merkt man das wieso besser und kann dementsprechend die nächsten Schläge anpassen. Außerdem lassen sich mit dem ZEUS die Bälle besser "todmachen", da die Endgeschwindigkeit und Spindynamik im aktiven Spiel nach vorne höher ausfallen.
Eindrücke mit langer Noppe in ox
Die Quintessenz: Das ARES spielt sich leichter mit langer Noppe (ox) aber auch ungefährlicher als das ZEUS.
Mehr Schnittumkehr hat man mit dem ZEUS. Kürzere Blöcke und Stoppbälle lassen sich auch leichter mit dem ZEUS spielen. Das aktive Spiel ist schwerer aber gefährlicher mit dem ZEUS.
Mit dem ARES kann man wirklich super leicht zwischen passiven und aktivem Noppenspiel hin und herwechseln. Das ist für mich der große Vorteil des Holzes. Leider muss man aber wirklich festhalten, dass Störeffekt und SU etwas schlechter ausfallen als beim ZEUS. Ich denke da "killt" das Balsa einfach ein wenig den Störeffekt und die SU.
Das ZEUS harmoniert sehr sehr gut mit dem Grass D.TecS. Ich habe mit dieser Kombination eine wirklich hohe Kontrolle und guten Störeffekt feststellen können. Gerade im Blockspiel finde ich diese Kombi überragend! Meiner Meinung nach könnte das ZEUS auch sehr gut mit anderen Flumminoppen wie dem Tactics oder Venom harmonieren. Für mich hat sich der D.TecS auf dem ZEUS nämlich mal so gar nicht flummig angefühlt. Fun fact: Ich hatte auch mal ein ZEUS mit Koto Außenfurnier auf der Rückhand getestet und dort hat sich der Flummieffekt vom Grass D.TecS viel deutlicher bemerkbar gemacht.
Das ARES funktioniert meiner Meinung nach nicht gut mit dem D.TecS und vermutlich auch nicht so gut mit anderen Flumminoppen. Auf diesem gefiel mir ein Dornenglanz X oder ein Moxa VVIP wesentlich besser, sowohl im aktiven als auch im passiven Spiel.
Im direkten Vergleich ist das ZEUS für mich das bessere Holz für das Spiel mit langer Noppe (ox). Dies ist aber natürlich auch typabhängig. Mein erstes Punktspiel habe ich z.B. auch mit dem ARES gemacht (weil ich das zu der Zeit gerade getestet habe) und nicht mit dem ZEUS und ich war eigentlich ziemlich zufrieden damit. Wenn man mehr Wert auf Sicherheit, Flexibilität und ein Umschaltspiel zwischen Noppe und aktiver Vorhand (mit NI-Belag) als auf maximale Gefährlichkeit mit der Noppe legt, dann könnte das ARES doch auch genau das richtige Holz sein. Ich persönlich glaube, dass ich mit dem ZEUS mehr "wachsen" kann und mein Spiel noch weiter verbessern könnte - bis zu einem Punkt wo ich vermutlich mit dem ARES bereits an meine Grenzen stoßen würde.
Vorläufiges Fazit
Das ARES ist ein wirklich tolles, recht leicht zu spielendes Holz. Es sticht mit einem sehr leichten und qualitativ hochwertigen ersten Ball (Topspin Eröffnungsball) und einem sehr kontrollieren Spiel am Tisch heraus. Mit langer Noppe lässt sich vergleichsweise sicher und präzise spielen, mit kleinen Abstrichen im maximalen Störeffekt und der SU.
Das ZEUS ist ein schlafender Drache. Nicht ganz so leicht zu zähmen, aber mit viel Kontrolle im passiven Spiel und sehr viel Durchschlagskraft, Feuer und Dampf im aktiven Spiel. Mit langer Noppe (ox) ist das Holz eines der besten die ich bisher getestet habe (allerdings spielt es sich vergleichsweise hart und wenn man das nicht kennt muss man sich erst einmal daran gewöhnen).
Wenn euch noch etwas fehlt oder ihr noch Fragen zu den Hölzern habt dann schreibt gerne. Ich versuche alles so gut es geht zu beantworten.
LG
Jonas













