Test: Re-Impact Prototyp "Fire"

Infos über Hölzer aus Balsa und anderen leichten Materialien (Kiri, etc.)

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Jobe93
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Test: Re-Impact Prototyp "Fire"

Beitrag von Jobe93 »

Liebe Tischtennisfreunde,

Ich habe von Achim Rendler ein Testholz bekommen, welches ich nun einige Male im Training (u.a. mit verschiedenen Belägen) testen konnte. Hier würde ich nun gerne meine bisherigen Erfahrungen mit dem Holz und den verschiedenen Belag-Konfigurationen teilen. Es handelt sich dabei um einen vorläufigen Zwischenbericht wenn man so will. Geplant ist, dass ich das Holz über deutlich längere Zeit teste und noch viele weitere Beläge damit ausprobieren werde. Der vorläufige Name des Holzes ist "Fire". Auf diesen werde ich mich dann bei Vergleichen auch beziehen. :wink:

Das Holz hat die Struktur: (E4PL)-12mm-Balsa + Botanik insgesamt 2 mm -(PLE4)
Wie man erkennen kann sind auf der Rückhandseite zwei Korkschichten verbaut. Von dem Holz gibt es aktuell noch ein weiteres Modell, welches ohne Kork getestet wird. Mein Holz ist auf mein Spielsystem: Vorhand glatt/normal und Rückhand Lange Noppe in ox ausgelegt. Ich habe ein Mittelblatt (ca. 159x159) getestet.

Getestet habe ich es auf der Vorhandseite mit einem Zyre 03 (2,5mm), einem Tenergy 05 (1,9mm) und einem Nuzn 50 (2,0mm). Auf der Rückhandseite bisher ausschließlich mit einem Spinlord Sternenfall Pro in ox. Der Vorhandbelag ist bei mir immer schwarz, die Noppe war rot.

Meine Eindrücke hatte ich "tagebuchhaft" festgehalten und würde die auf diese Weise übernehmen. Meldet mir gerne zurück, ob sich dies gut lesen lässt oder ob ich solche Eindrücke lieber in Zukunft lieber in einer anderen Form hier reinstellen soll. Ich wollte es gerne einmal so probieren, da es sich für mich natürlich angefühlt hat es so niederzuschreiben und beim umschreiben gerne auch mal Eindrücke verloren gehen können. :wink:

1. Konfiguration mit Zyre 03 2,5 u. Sternenfall Pro ox

Gesamtgewicht: 144g

Erste Eindrücke:

Das Holz mit Zyre 03 ist schnell. Es hat einen hohen Sound. Während das Grundtempo in einem „moderat hohen“ Bereich liegt können bei etwas schnelleren Schlägen einige Gänge hochgeschaltet werden. Der Ballabsprung ist flach. Sehr angenehm für Block-Konter und gefährlich bei Topspins. Trotz des hohen Grundtempos ist die Kontrolle mit der ox Noppe gut. Trotz erstmaligem Test mit dieser Noppe kam ich direkt gut zurecht. Auch hier ist der Ballabsprung angenehm flach. Das Holz liegt sehr angenehm in der Hand. Es ist absolut NICHT zu schwer und gut ausbalanciert.

Vorhand/Rückhand mit Zyre 03:

Block-Konter geht quasi wie von Zauberhand. Sehr hohe Kontrolle. Die Bälle kommen flach und haben eine gute Länge (im letzten Drittel der gegnerischen Spielhälfte). Bälle können sogar direkt mit viel Kontrolle leicht Gegengeschossen werden. Mit meinem Trainingspartner konnte ich so recht lange Ballwechsel Schuss-Schuss am Tisch spielen. Die Kontrolle ist sehr hoch. Das Spielgefühl ist direkt. Es erinnert an das M3-Select. Aber irgendwie "mittelbarer". Man kann ebenso langsame Bälle spielen, aber auch sehr schnelle. Es ist aber anders vom Gefühl. Das M3-Select ist wie eine normale Gangschaltung beim Auto, man überlegt sich welchen Gang man reinmachen möchte und schaltet dann entweder bewusst hoch oder runter. Das Fire ist im direkten Vergleich stattdessen eine automatische Gangschaltung. Die Übergänge fühlen sich fließender an und kommen ganz von selbst. Ein wahnsinnig schöner Spielfluss. Spin war auch hoch. Vor allem Seitschnitt in den Aufschlägen. Der Topspin verfügt auch über viel Spin. Wobei das Tempo dominiert. Ich konnte aus der Halbdistanz fast die Augen zumachen und wusste ich treffe den Ball mit hoher Dynamik und Qualität. Sehr geringe Streuung und super ansteuerbar. Ein absolutes Top-Match mit dem Zyre 03. Diesen in der Rückhand gespielt führt zu einem etwas höheren Ballabsprung beim Blocken (in der Vorhand ist dieser angenehm flach und dadurch auch sehr gefährlich bei Topspins). Beim kurz-kurz spielen bleibt der Ball aber trotz der hohen Dynamik des Holzes schön kurz. Tatsächlich sind mir ein paar Bälle sogar im Netz "verhungert". Da muss ich noch den richtigen Weg finden. Rückhandtopspin auch sehr angenehm und mit viel Spin. Auch in der Rückhand gespielt ist die Kontrolle sehr hoch, wenn auch durch den etwas höheren Ballabsprung ein leicht anderer Schlagwinkel genutzt werden muss. Insgesamt liegt das Holz mit Zyre 03 im Off - Off+ Bereich. Aktives Angriffsspiel wird stärker unterstützt als passives Spiel – wenngleich auch passive Blocks bzw. Notblocks eine gute Quote haben.

Vorhand/Rückhand mit Sternenfall Pro:


Der Sternenfall Pro ist eine eher schnellere Noppe. Hart und direkt im Anschlag. In Kombination mit dem Fire war die Geschwindigkeit in einem hohen Bereich. Nichtsdestotrotz leidet die Kontrolle nicht so stark. Mit etwas Anpassung bekommt man das Tempo gut in den Griff, bzw. kann dieses sogar wunderbar zu seinem Vorteil nutzen. Angriffsbälle sind mit diesem der Wahnsinn auf dem Holz. Die Bälle tauchen stark ab und lassen sich erstaunlich leicht aktiv spielen. Blockbälle sind eher schwer kurz zu setzen, dafür haben Sie fast alle einen sehr unangenehme, lange Flugbahn die den Gegner sehr unter Druck setzt. Die Bälle bleiben dabei sehr flach und tauchen auch hier etwas ab. Obwohl das passive Blockspiel nicht die große Stärke des Sternenfall Pro ist konnte ich damit viele Punkte erzielen. In der langen Abwehr konnte ich auch viel Spin generieren. Durch die flachen Flugkurve denkt der Gegner immer da wäre nicht viel Spin im Ball und verschätzt sich dann extrem. Das beste war: ich konnte mit der Noppe auch normal Gegenkontern und sogar Topspin spielen. Super unangenehm und mit ein bisschen Übung denke ich ein wahnsinnig effektiver Schlag. Der Hackblock ist etwas schwerer zu spielen (durch das hohe Tempo) hat aber viel Spin und ebenfalls eine unangenehme Länge für den Gegenspieler.

Anekdotische Anmerkung:

Konnte gegen meinen Trainingspartner (1940 TTR) mit der Kombi direkt 4:2 gewinnen und habe sehr gut gespielt. Auch auf seine kurze Noppe auf der Rückhand hatte ich nicht so viele Probleme wie sonst im Spiel mit der Noppe aber auch beim Anziehen auf die teilweise sehr unangenehmen leeren Bälle von ihm. Er hat zusätzlich mehr Fehler auf meine Spinaufschläge gemacht und auch die leeren Druckbälle meine Noppe oft unterschätzt. Man hat gemerkt, dass er die Sätze gewinnen wollte – aber er konnte meinem variablen Spiel aus Angriffsbällen mit beiden Belägen nicht viel entgegensetzen. Alles in allem würde ich die Kombination aus Zyre 03 2,5mm und Sternenfall Pro ox mit dem Fire als SEHR GUT bezeichnen.

2. Konfiguration mit Tenergy 05 1,9mm und Sternenfall Pro ox

Erste Eindrücke:

Kurzer Test (30 Min). Etwas tieferer Sound als beim Zyre 03. Moderates Tempo, nicht ganz so lebhaft wie der Zyre 03 aber immernoch „recht flott“. Der Ballabsprung ist etwas höher als beim Zyre 03, außerdem nimmt der Belag mehr Spin an (vor allem auf die Rückhand gedreht). Insgesamt muss man beim Blocken und im kurz-kurz den Schlagwinkel entsprechend ändern. Topspins gehen gut, mit schöner Kurve.

Vorhand/Rückhand mit Tenergy 05:

Recht sicheres Block-Konter Spiel. Angenehm im Aufschlag-Rückschlag, allerdings nicht so viel Spin in den Aufschlägen wie beim Zyre 03. Topspins gehen gut, haben eine schöne Kurve – es fehlt beim Nachgehen aber teilweise ein wenig der „Bums“. Insgesamt war das Spiel mit dem Tenergy sehr sicher, außer im kurz-kurz, da rutschten die Bälle leichter hoch. Auch beim Rückhandblock nahmen die Bälle mehr Spin an und man musste mehr aufpassen – mit angepasstem Schlagwinkel ging es allerdings dann beides ganz gut.

Vorhand/Rückhand mit Sternenfall Pro:


Ähnlich zu der Konfiguration mit Zyre 03. Habe keinen großen Unterschied festgestellt. Spielt sich immernoch wirklich gut!

Fazit: In der Kombination mit dem Tenergy 05 spielt sich das Fire GUT. Allerdings muss man festhalten, dass der Belag im Vergleich zu der Konfiguration mit dem Zyre 03 keinen nennenswerten Vorteil bietet.


3. Konfiguration mit Nuzn 50 2,0mm und Sternenfall Pro ox

Gesamtgewicht: 149g

Erste Eindrücke:

Leicht klebriges Obergummi. Beim Dotztest schon merklich dumpferer, tieferer Sound. Weniger lebhaft und dämpfend im Absprung. Beim Spielen moderates Tempo. Fühlt sich insgesamt „pappig“ und indirekt im Spielgefühl hat. Block-Konter funktioniert gut. Ballabsprung ist flach. Topspin geht gut, auch hier ist der Ballabsprung flach. Tempo beim Topspin moderat und Spin in Ordnung. Kurz-kurz geht gut.

Vorhand/Rückhand mit Nuzn 50:

Sicheres Block-Konter Spiel. Beim aktiven Block performt der Belag gut. Ich würde sagen der aktive Block und der Gegentopspin sind die großen Stärken des Belags auf dem Fire. Die Sicherheit bei diesen Schlägen ist außerordentlich gut. Im passiven Block nimmt der Nuzn 50 etwas mehr Spin an und man muss aufpassen wie man den Schlagwinkel einstellt. Topspin ist gut, der Ballabsprung ist flach und die Bälle dadurch recht gefährlich. Das Tempo ist allerdings nicht wirklich hoch. Man muss den Ball sehr stark nach vorne ziehen um gutes Tempo und Qualität im Spin zu erhalten. Durch das starke nach vorne ziehen muss man aufpassen, dass der Schlag nicht zu flach wird. Durch den flachen Ballabsprung nicht wirklich ideal. Zieht man stärker nach oben, dann fehlt das Tempo und die Bälle gehen häufiger zu lang. Oft blieb ich im Netz hängen. Aufschläge waren wesentlich ungefährlicher als mit dem Zyre 03 oder auch Tenergy 05. Auch konnte ich keinen besonderen Sidespin-Effekt feststellen wie z.B. bei dem Zyre 03. In der Rückhand gespielt zeigt sich mit dem Nuzn 50 ein ähnliches Bild. Tempo bleibt moderat, außer man schlägt stark nach vorne. Die Kontrolle leidet darunter allerdings ebenfalls. Unterschnitt z.B. beim kurz-kurz kann viel produziert werden, aber nicht ganz so leicht zu kontrollieren. Beim kurz-kurz fühlt sich der Belag schwierig an. Durch die leicht klebrige Oberfläche fiel es mir nicht so leicht adäquat auf den ankommenden Spin zu reagieren. Bälle landeten häufiger mal im Netz oder stiegen zu hoch. Der Belag fühlt sich in dem Bereich deutlich unintuitiver an als z.B. der Zyre 03. Die Streuung ist bei allen Schlägen nicht sehr hoch. Generell ist die Kontrolle schon in einem guten Bereich, aber es fehlt an Durchschlagskraft und Spin in den meisten Fällen. Das „pappige“ Gefühl blieb auch die gesamte Testzeit.

Vorhand/Rückhand mit Sternenfall Pro:

Kein Großer Unterschied zu den anderen Konfigurationen. Die Noppe spielte sich weiterhin wie gewohnt gut. Allerdings ist der Schläger etwas unbalancierter, da der Vorhandbelag mehr wiegt. Dadurch hatte ich mehr Probleme beim Drehen des Schlägers.

Fazit:

Der Nuzn 50 in 2.0mm spielt sich auf dem Fire in Ordnung. Leider sticht bis auf das Gegentopspinspiel nichts wirklich hervor. Die Kontrolle ist in vielen anderen Bereichen nicht ganz so hoch wie beim Zyre 03 aber immer noch in Ordnung. Auch das Topspinspiel ist nicht so gut wie mit dem Zyre 03, sondern schwieriger/unintuitiver. Aus meiner Sicht ist der Nuzn 50 NICHT der richtige Belag für das Fire.

Seit diesen Eindrücken aus Trainingseinheiten konnte ich heute erneut mit dem Fire testen und habe es wieder mit dem Zyre 03 (2,5mm) und dem Sternenfall Pro (ox) gespielt. Diesmal habe ich das Holz mit meinem Turbo 82 und der selben Belag-Kombination verglichen. Hier meine Eindrücke zu diesem Vergleich.

Vergleich: Re-Impact Turbo 82 mit Prototyp Re-Impact Fire

Beide Hölzer sind vergleichsweise schnell mit dem Zyre 03. Bei dem Fire ist die "Tempo-Range" größer, d.h. ich konnte sowohl langsame Bälle als auch sehr schnelle Bälle spielen, während diese Range beim Turbo 82 geringer war. Endschläge sind mit dem Fire deutlich durchschlagender und entwickeln viel Dynamik. Beim Turbo 82 ist das ganze "gezähmter", aber wie ich finde auch sehr angenehm. Trotz der hohen Dynamik lässt sich das Fire ziemlich gut kontrollieren. Ich hatte nie das Gefühl die Bälle würden aus dem Schläger unkontrolliert herausschießen. Als ich vor einer Weile das M3 Select getestet habe (ein ähnlich katapultstarkes Holz) hatte ich mit manchen Belägen dahingehend größere Probleme. Beim Fire nicht. Die Ballflugbahn ist angenehm flach und die Bälle haben wirklich eine gute Länge. Beim Turbo 82 ist das Gefühl mit dem Zyre 03 ähnlich, aber es hat einen höheren Ballabsprung. Beim Topspin ist der Spin auf einem ähnlichen Niveau. Eventuell geht dieser beim Turbo 82 durch die höhere Ballflugbahn etwas leichter von der Hand und so lässt sich auch der Ball etwas leichter führen. Dafür punktet das Fire mit Dynamik. Statt klassisch auf Unterschnitt Topspin zu spielen habe ich oft einfach "wie ein Depp den Ball nach vorne gedroschen" und erstaunlicherweise damit gepunktet. Spaß beiseite: Es lässt sich mit dem Fire erstaunlich leicht ein aktiver Schlagspin spielen. Nicht nur über dem Tisch sondern besonders auch bei Unterschnittbällen die man etwas tiefer fallen gelassen hat. Normalerweise funktioniert dieser Schlag bei mir nicht so sicher und ich versuche mit meiner Topspin-Bewegung den Ball mehr "mitzunehmen" und auf "die andere Seite" zu tragen. Beim Fire konnte ich ihn wirklich fast eher "nach vorne schlagen" - mit einer erstaunlich hohen Quote und sehr guter Qualität. Wenn ich zwischen den Hölzern gewechselt habe und mit der selben Technik versucht habe den Ball beim Turbo 82 zu spielen ging dieser mir grandios über den Tisch und landete quasi hinten in der Bande. Wirklich ein riesen Unterschied.
Bei den Aufschlägen hat das Fire die Nase vorn. Aufschläge können auf diesem mit mehr Spin und auch mehr Dynamik/Kick gespielt werden, so dass mein Trainingspartner deutlich größere Probleme mit diesen hatte. Vor allem Sidespin-Aufschläge sind sehr effektiv. Beim Turbo 82 war ich mit diesen auch schon mehr als zufrieden, aber beim Fire sind diese wirklich nochmal ne Ecke gefährlicher. Allerdings muss ich noch an meiner Quote arbeiten, da das Holz dicker ist habe ich den Treffpunkt noch nicht zu 100% verinnerlicht. :D
Der Sternenfall Pro funktioniert auf dem Fire um Welten besser als auf meinem Turbo 82. Das Turbo 82, der Sternenfall Pro und ich werden keine Freunde. Beim Fire gefällt mir die Noppe wirklich sehr gut, auch wenn ich noch daran arbeiten muss wirklich aktiv mit dieser zu spielen, da dies die große Stärke des Belags und meiner Meinung nach auch der Kombination mit dem Fire ist.
Bei meinem Trainingspiel mit dem Fire konnte ich heute im Anschluss wieder gegen meinen Trainingspartner (1940 TTR - der selbe wie beim letzten Mal) 5:3 gewinnen. Bin ich wirklich happy mit. :-) Die Kombi scheint für mich echt gut zu funktionieren. Vor allem mit meiner Vorhand mache ich viele direkte Punkte (obwohl mein Gegenüber sehr gut im Blocken / Gegenschießen ist - dies ist seine große Stärke).

Bei den nächsten Trainings möchte ich das Fire mit anderen Noppen testen. Ausprobieren werde ich vermutlich zunächst den Virus 2 und den Tactics. Außerdem möchte ich unbedingt noch langsamere Noppen wie den Trapper X und den Dornenglanz X mit diesem testen, da ich denke, dass diese auf dem Holz wirklich gefährlich sein könnten, da dies eine höhere Dynamik im aktiven Spiel mitbringt, aber auch schön dämpfend im passiven Spiel ist.

Weitere Tests mit restriffigen Antis und Glantis sind auch angesetzt. In der Fraktion der restgriffigen Antis habe ich auch bereits einen Super Stop (1,5mm) und einen Sunflex Dr. Freeze (1,25mm) auf Lager. :wink:
Für Vorschläge zum Testen bin ich (je nach Umsetzbarkeit) auch immer offen! :-)

Bis dahin wünsche ich allen Lesern schon einmal schöne Festtage!

Ich schreibe wieder sobald ich was neues zu berichten habe (eventuell schon morgen nach dem nächsten Training).
Zuletzt geändert von Jobe93 am Dienstag 17. Februar 2026, 13:02, insgesamt 1-mal geändert.
Material (Im Test):
Re-Impact M3 Select 2026
Donic Bluegrip J2 (2.0mm)
Tactics (ox)

Joola Vyzaryz Trinity
Butterfly Dignics 80 (2.1 mm)
Yinhe Moxa Neptune (ox)
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Re: Test: Re-Impact Prototyp "Fire"

Beitrag von graupe007 »

Danke Dir für den hochinteressanten Bericht und die systematische Vorgehensweise! Das zeigt wieder einmal wie sehr materialspezifische Aussagen in einem Kontext gesehen werden müssen.

Auch Frohes Fest!
aktuelles Spielholz: Re-Impact Tachi
VH: Tenergy05 1,7mm, schwarz
RH: Tactics Ox rot

Stil: tischnahes Störspiel, VH spinlastig
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Re: Test: Re-Impact Prototyp "Fire"

Beitrag von Jobe93 »

Absolut! Der Nuzn 50 gehört zu meinen Top 5 der besten Beläge die ich je gespielt habe. Habe den mehrere Monate auf einem Joola Vyzaryz Trinity und einem Butterfly Ovtcharov ALC gespielt und auf diesen war der Belag genial. War überrascht und enttäuscht, dass der Belag hier nicht so gut funktioniert hat. Auch beim Sternenfall Pro auf dem Turbo 82 hätte ich gedacht das passt gut. Aber nein: Höherer Ballabsprung, weniger SU und Störeffekt und langsamer aber weniger Kontrolle. Man kann sowas wohl nur herausfinden wenn man es selbst ausprobiert. 😅 Bitter für den Geldbeutel...😄
Material (Im Test):
Re-Impact M3 Select 2026
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Re: Test: Re-Impact Prototyp "Fire"

Beitrag von achim »

Jobe93 hat geschrieben: Dienstag 23. Dezember 2025, 00:02 Absolut! Der Nuzn 50 gehört zu meinen Top 5 der besten Beläge die ich je gespielt habe. Habe den mehrere Monate auf einem Joola Vyzaryz Trinity
und einem Butterfly Ovtcharov ALC gespielt und auf diesen war der Belag genial. War überrascht und enttäuscht, dass der Belag hier nicht so gut funktioniert hat.
Auch beim Sternenfall Pro auf dem Turbo 82 hätte ich gedacht das passt gut. Aber nein: Höherer Ballabsprung, weniger SU und Störeffekt und langsamer, aber
weniger Kontrolle. Man kann sowas wohl nur herausfinden wenn man es selbst ausprobiert. 😅 Bitter für den Geldbeutel...😄
schöner Testbericht... Damit kann ich eine ganze Menge anfangen. Teste bitte den Nuzn 45 in 1,9 mm auf dem Fire. Das wird wahrscheinlich eher hinhauen.
Der Nuzn 50 verschluckt sein Tempovorkommen und untersteuert das Fire; daher der pappige Ballanschlag. Der Fire ist ein wissenschaftliches Versuchsholz,
was vornehmlich allen Re-Impact-Modellen in der Weiterentwicklung laut Stand der Technik dienen soll. Die relativ weichen Balsafurniere fallen in die Gewichtsklasse
unter 65 kg je cbm. Daher wirkt der relativ harte Nuzn wie auf einem Trambolin. Die weichen Schichten deinstabilisieren den relativ harten Schwamm des Nuzn50.

Meine Spielanalyse auf deinen Test:

Ich versuche mal, das Ganze als „System-Analyse“ zusammenzufassen – so, dass es auch Spieler, die nicht ständig Materialtests machen, gut nachvollziehen können. 😊

Wir haben hier ein sehr spezielles Ausgangssetup:

Ein sehr leichtes, stark geschichtetes Holz (11 Schichten, 77 g), in dem ein großer Anteil der inneren Lagen extrem leicht/weich ausgelegt ist.

Dazu kommt:

Bei solchen Aufbauten entstehen die Spieleigenschaften nicht „aus einem Guss“, sondern tatsächlich Schicht für Schicht – und die Wirkung summiert sich,
inkl. Leimfugen. Man kann das nicht wie bei einem klassischen 5-schichtigen Vollholz oder einem typischen Carbon-Holz betrachten.

1) Warum 7 sehr leichte Lagen „bremsen“ können – obwohl Balsa eigentlich elastisch ist

Viele denken: „Balsa = Trampolin = Katapult.“ Das stimmt aber nur, wenn die Elastizität auch als gerichtete Rückfederung am Ball ankommt.

Bei sehr vielen ultraleichten/weichen Lagen hintereinander passiert häufig Folgendes:

- Die Struktur gibt nicht nur in einer Richtung nach (Biegung), sondern auch in Schub/Torsion.
- Ein Teil der Schlagenergie verteilt sich in viele kleine Verformungen („arbeitet sich nach innen“), statt sofort wieder nach außen zu federn.
- Jede Schicht + jede Leimfuge wirkt dabei wie ein kleiner Energie-Filter.

Die Folge kann sein:

Das Holz fühlt sich im Anschlag zwar „weich“ und „ruhig“ an, aber es erzeugt nicht automatisch starkes Eigenkatapult, sondern es kann im Gegenteil
Tempo-Spitzen glätten bzw. „schlucken“. Das ist im passiven Spiel oft super angenehm – im aktiven Durchziehen kann es aber genau der Grund sein,
warum manche Beläge plötzlich undynamisch wirken.

2) Warum ein katapultarmer 2,0-mm-Hartschwamm dann „schwimmt“

Wenn ich einen Belag spiele, der selbst wenig Katapult liefert (oder bei dem das Katapultfenster erst spät aufgeht) und dazu noch in 2,0 mm Hartschwamm,
dann braucht dieses System darunter ein stabiles Gegenlager. Der Schwamm wird beim Ballkontakt komprimiert und will dann „zurückfedern“. Damit daraus Tempo
und eine klare Rückmeldung entsteht, muss das Holz an der Treffzone genügend „wirksame Masse“ / Trägheit / Widerlager bereitstellen.

Wenn die inneren Lagen aber extrem leicht und weich sind, entsteht am Treffpunkt unter dem Belag manchmal zu wenig „Massenverhalten“. Das heißt nicht,
dass das Holz schlecht ist – nur, dass es die Energie anders verarbeitet. Für den Belag fühlt es sich dann so an, als ob der Untergrund weggeht. Der Schwamm arbeitet,
aber das Gegenlager fehlt bzw. „gibt zu sehr nach“.

Dann passiert genau dieses Fehlerbild:

- wenig klarer Kick trotz hartem Schwamm
- Gefühl wird „pappig“ oder „tot“
- Timing wirkt unpräziser, besonders im Kurzspiel und bei Eröffnungen
- Belag fühlt sich „schwammig“ an (obwohl der Schwamm hart ist!)
- man muss übermäßig nach vorne ziehen oder härter schlagen, um denselben Druck zu erzeugen


Ein Bild dazu:

Ein Hammer auf einem Amboss (stabiles Gegenlager) vs. ein Hammer auf einer Matratze (Untergrund gibt weg). Auf der Matratze wirkt der Schlag nicht „knackig“,
obwohl der Hammer hart ist.

3) Warum der Zyre 03 auf genau so einem Holz plötzlich „wie gemacht“ wirkt

Beim Zyre 03 ist das Systemverhalten offensichtlich anders – und das deckt sich mit meinen Eindrücken im Training. Der Zyre 03 hat ein hohes Katapultfenster
und übersetzt die Schlagenergie so, dass sie „früher“ und „breiter“ zurückkommt.

Das bedeutet:

- Ich muss nicht erst extrem komprimieren, bis etwas passiert.
- Der Belag gibt schon bei mittleren Impacts klar Rückmeldung und Dynamik.
- Dadurch wird das Holz nicht in den Zustand gedrückt, in dem es nur noch dämpft und Energie verliert.


Genau hier wirkt die leichte Elastizität der vielen Balsaschichten dann plötzlich positiv:

Das Holz kann beruhigen, flach halten und Spitzen abfangen – der Belag liefert aber trotzdem den Kick und die Durchschlagskraft. Das ist für mich der Kern
der „Automatik-Gangschaltung“, die ich beschrieben habe: Die Übergänge zwischen langsam und schnell sind fließend, und das System kippt nicht so leicht
ins „zu tot“ oder „zu unkontrolliert“.

Praxisbezug: Das erklärt für mich sehr gut, warum

- Block/Konter so leicht und sicher geht (Holz dämpft Spitzen, Belag gibt trotzdem klar zurück),
- die Flugkurve flach bleibt, aber die Bälle eine unangenehme Länge bekommen,
- und warum ich selbst aus der Halbdistanz mit hoher Quote Druck und Qualität erzeugen kann.

Auch die sehr giftigen Sidespin-Aufschläge passen dazu: Wenn der Belag Energie + Spin sauber übersetzt und das Holz nicht „verwässert“,
kommt mehr Kick beim Gegner an.

4) Vergleich Nuzn 50 / Tenergy 05 als Einordnung

Man kann den Nuzn 50 vom Gefühl her durchaus in die Nähe eines Tenergy 05 rücken – nicht weil es identische Beläge sind, sondern weil beide in bestimmten Kombis
weniger „automatischen Katapult“ liefern als z. B. der Zyre 03.

Beim T05 hatte ich auf dem Fire ja auch:

sehr sicher, schöne Kurve, aber teilweise fehlt der „Bums“. Beim Nuzn 50 war das bei mir noch stärker und zusätzlich „pappig/undynamisch“.

Wichtig ist:

Das ist kein Qualitätsurteil über den Nuzn 50. Auf stabileren Hölzern (Trinity, Ovtcharov ALC) war der bei mir genial.

Das ist genau der Punkt der ganzen Diskussion:

Materialaussagen sind nur im Kontext sinnvoll. Ein Top-Belag kann auf einem anderen Holz plötzlich „untersteuern“, weil das Gesamtsystem anders arbeitet.

5) Warum der Vorschlag „Nuzn 45 in 1,9 mm“ logisch ist

Wenn die Diagnose stimmt („Nuzn 50 verschluckt/untersteuert das Fire“),

dann sind die naheliegenden Stellschrauben:

- etwas weniger Schwammweg (1,9 statt 2,0) → geringerer Bedarf an Gegenlager, besser dosierbar im Kurzspiel
- etwas kooperativer im Schwamm (45 statt 50) → das System federt eher „gerichtet“ zurück, statt zu „verlaufen“
- Ziel: die Eigenheiten des Fire (flach, kontrolliert, große Range) nutzen, ohne dass der Belag die Dynamik ausbremst

Das passt auch zu der technischen Erklärung: Bei vielen ultraleichten/weichen Schichten kann ein zu harter/zu dicker/zu katapultarmer Schwamm
das System in „Matratze“ kippen lassen. Eine minimal „passendere“ Variante kann das System wieder in den Bereich bringen, wo die Elastizität des Holzes als Vorteil wirkt.

Kurz gesagt:

- Mit katapultarmem Hartschwamm + (für dieses Holz) zu viel Schwammstärke fehlt am Treffpunkt das wirksame Gegenlager → Belag „schwimmt“ und wird schwammig/pappig.
- Mit einem Belag wie dem Zyre 03, der Katapult und Energieübersetzung selbst stark mitbringt, wirkt die leichte Elastizität der vielen Balsaschichten positiv
→ dynamisch, flach, kontrolliert, große Tempo-Range.

Ich teste den Nuzn 45 in 1,9 mm daher sehr gerne, weil er genau an diesen Stellschrauben ansetzt und die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass das Gesamtpaket harmonischer wird.



1) Descartes: methodischer Zweifel – erst mal alles in Frage stellen

Descartes’ Kernidee war:

Wenn man etwas wirklich verstehen will, soll man nichts „einfach so“ glauben, nur weil es sich logisch anhört oder weil es meistens stimmt. Man zerlegt ein Problem
in kleine Teile und akzeptiert nur das, was man sauber begründen bzw. reproduzieren kann.

Übertragen aufs Material:

Viele Sätze klingen plausibel, sind aber ohne Kontext gefährlich, z.B.

- „Balsa ist immer katapultig“
- „Hartschwamm ist immer schneller“
- „Belag X ist generell besser als Y“

Descartes würde sagen: Zweifle an der pauschalen Aussage und untersuche sie im konkreten System.

Genau das passiert hier:

Nuzn 50 ist auf ALC/Trinity genial, auf dem Fire plötzlich pappig. Das ist kein Widerspruch, sondern ein Hinweis,
ass der Kontext (Holzaufbau) stärker wirkt als die „Belag-Label“.

2) Da Vinci: Beobachten, Notieren, Experimentieren – und nicht nur “meinen”

Da Vinci war kein Theoretiker im Elfenbeinturm. Er hat beobachtet, skizziert, Varianten verglichen, Tagebuch geführt, wiederholt getestet –
und daraus Muster abgeleitet. Und genau diese „tagebuchhafte“ Methode ist bei Materialtests Gold wert, weil unser Gefühl sonst zu stark
von Tagesform, Gegner, Ball, Hallenboden usw. überlagert wird.

Da Vinci würde sagen: Eine Hypothese ist nur so gut wie die Beobachtung, die sie trägt.

Also:

- gleiche Übungen
- gleicher Trainingspartner
- gleiche Ballkörbe
- gleiche Vergleichsreferenz (z.B. Zyre 03 als Konstante)
- dann erst Schlüsse ziehen


3) Die Hypothese (kombiniert aus Descartes + Da Vinci)

Wir haben ein Holz mit:

- 11 Schichten bei 77 g

- davon nur ein Teil „klassisches Vollholzgewicht“; der Rest ist sehr leicht/soft und stark geschichtet
- viele leichte/weiche Lagen + Leimfugen wirken als Energie-Filter (Dämpfung/Verteilung) und nicht automatisch als „Trampolin“

Daraus folgt eine plausible Hypothese:
Wenn ein Belag selbst wenig Katapult (oder ein spätes Katapultfenster) hat und dazu ein harter Schwamm in 2,0 mm gespielt wird, dann braucht er ein stabiles Gegenlager.
Sind die darunterliegenden Schichten jedoch sehr leicht/weich und „arbeiten“ stark, entsteht am Treffpunkt zu wenig wirksames Massenverhalten.

Die Folge: Der Belag beginnt im System zu „schwimmen“ – er fühlt sich schwammig/pappig an, obwohl der Schwamm hart ist.
Das ist der „Descartes-Teil“: eine klar formulierte Ursache-Wirkung-Hypothese, die man prüfen kann.

Und das ist der „Da Vinci-Teil“: Man schaut dann nicht nur „wie fühlt es sich an“, sondern: Welche Fehlerbilder tauchen reproduzierbar auf?

4) Warum der Zyre 03 die gleiche Holz-Elastizität plötzlich positiv macht

Hier kommt der zweite Hypothesenblock:

Der Zyre 03 scheint im System

- früher Katapult aufzubauen (größeres Katapultfenster),
- Energie “gerichteter” nach vorn zu übersetzen,
- und damit die Tendenz des Holzes, Energie zu verteilen/zu dämpfen, zu “überstimmen”.

Dann wirkt die leichte Elastizität der vielen Balsalagen nicht mehr wie „Matratze“,
sondern wie ein Vorteil:

- Holz beruhigt, hält die Flugkurve flacher, glättet Spitzen
- Belag liefert trotzdem Kick und Dynamik
=> “Automatik-Gangschaltung”: langsam kontrolliert, schnell sehr schnell, ohne dass es unkontrolliert „rausschießt“.


Das passt auch sauber zu den Beobachtungen:

- Block/Konter extrem sicher
- flacher Absprung, aber gute Länge
- hohe Quote bei Druckbällen/Endschlägen
- starke Sidespin-Aufschläge

5) Warum „Nuzn 45 in 1,9 mm“ als Test wissenschaftlich sinnvoll ist

Wenn die Hypothese stimmt („Nuzn 50 bremst/untersteuert, weil zu dick/zu hart/zu wenig Katapultfenster für dieses Holzsystem“),

dann ist der Test logisch aufgebaut:

- Schwammstärke runter (1,9 statt 2,0): weniger Kompressionsweg → weniger Bedarf an Gegenlager → weniger Schwimmen
- Härte/Kooperation leicht runter (45 statt 50): Rückfederung wird „systemfreundlicher“, oft linearer
- Ziel: Holz kann seine kontrollierende Wirkung behalten, ohne dass die Dynamik verschluckt wird

Und jetzt wieder Descartes:

Wenn die Ursache richtig ist, muss die Wirkung nach dem Stellschrauben-Test in die erwartete Richtung kippen.

Also nicht „gefühlt bisschen besser“, sondern konkret:

- Kurz-kurz wird einfacher dosierbar
- Aufschlag bekommt mehr Kick/Spin
- Eröffnung auf US wird weniger „Netz oder lang“
- Druckball kommt mit weniger Aufwand

Und wieder Da Vinci:

Wenn es nicht kippt, war die Hypothese falsch oder unvollständig – dann neue Hypothese, neuer Test.

6) Mini-Testprotokoll (damit das Ergebnis belastbar wird)

Ich würde – ganz da-vinci-mäßig – für jeden Belag exakt dasselbe machen:

- 20x kurz-kurz (VH + RH)
- 20x Rückschlag auf Sidespin/US
- 20x Eröffnung auf US
- 20x Block (passiv/aktiv)
- 2 Sätze gegen denselben Partner

Dann hat man nicht nur „Eindruck“, sondern eine Art reproduzierbares Muster.

Fazit in einem Satz (Descartes + Da Vinci):

Descartes liefert die saubere Hypothese („woher kommt das Schwimmen?“), Da Vinci liefert die saubere Prüfung
(gleiche Bedingungen, wiederholen, dokumentieren) –

und genau deshalb sind Materialaussagen nur im Kontext valide:

Ein Belag kann auf Holz A genial sein und auf Holz B „pappig“, ohne dass irgendeiner von beiden „schlecht“ ist.

"P.S.: Die 'Automatik-Gangschaltung', die du beschreibst, ist übrigens exakt das, was meine Diagonal-Geometrie bezweckt:

Laminare Kraftflüsse statt turbulenter Energieverlust. Aber das ist das Schöne – die Physik funktioniert auch ohne dass man die Theorie kennt. 😊"
Verba movent, exempla trahunt - Worte bewegen, Beispiele reißen mit.
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Noppen Matthes
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Re: Test: Re-Impact Prototyp "Fire"

Beitrag von Noppen Matthes »

achim hat geschrieben: Dienstag 23. Dezember 2025, 00:47Die weichen Schichten deinstabilisieren...
Was ist denn "deinstabilisieren"? Doppelte Verneinung also heisst es stabilisieren?!
Blauweiße Grüße
Glück Auf,
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Re: Test: Re-Impact Prototyp "Fire"

Beitrag von 4olaf »

Noppen Matthes hat geschrieben: Dienstag 23. Dezember 2025, 02:13
achim hat geschrieben: Dienstag 23. Dezember 2025, 00:47Die weichen Schichten deinstabilisieren...
Was ist denn "deinstabilisieren"? Doppelte Verneinung also heisst es stabilisieren?!
Er meint wohl Destabilisieren oder das Verhalten wirkt instabil. Das ist leider ein Phänomen, was ich auch schon beobachtet habe, weil zu dicke Schwämme die Eigenschaften des Holzes fast negieren und was auf harte Carbonhölzer funktioniert, ist dann auf ein Holz mit Eigendynamik dann kontraproduktiv. Am besten haben bei vielen Hölzern von Achim immer Beläge mit 1.8mm funktioniert, weil sich da Belag und Holz am besten harmoniert haben (ohne, dass ein 1.8er Belag zu langsam wäre). Das Problem was ich dabei habe ist, dass gerade meine Lieblingsbeläge nicht mehr in 1.8 produziert werden (viele Hersteller gehen auf mindestens 2.0) und somit ich mit 2.0 Belägen lieber dann die 2. Spielebene spiele, weil die (für mich) einfach dann besser gehen. Xiom's Jekyll & Hide Beläge (die ich persönlich sehr gut finde), sind erst ab 2.1mm lieferbar und ich habe ein paar Hölzer, da funktioniert der Belag super (z.B. beim Erwarten), aber andere Hölzer, da tritt dann dieses schwammige Spielgefühl auf. Mit einem Xiom Omega Pro in 1.8mm ist es weg, aber der wird nicht mehr produziert in der Dicke.
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Re: Test: Re-Impact Prototyp "Fire"

Beitrag von arrigo »

Servus Jobe93, ich kopiere meinen Text aus dem "Wissenswertes bei Rendlerhölzern" Thread mal hierher, ich denke hier passt es besser:

Ich verfolge deinen Test mit dem 11schichtigen Sonderbau mit großem Interesse. Ich habe derzeit einen 8schichtigen Sonderbau (ich denke mal es ist wie dein "Fire" ohne die Korkschichten). In meinem Holz ist die Rückhand im Prinzip ungedämpft und wahrscheinlich schneller?! Ich habe meinen "Perfect" Sonderbau am Montag vor einer Woche im Training zum ersten Mal testen können, mit Zyre03 2.5mm schwarz auf der Vorhand und Barna SpinTrick ox grün auf der Rückhand. Das höhere Tempo gegenüber meinem Dream Sonderbau aus 2022 hat sich bestätigt, aber auch die nochmals höhere Kontrolle. Auch empfand ich das 8schichtige Perfect als "linearer", in dem Sinne, dass Schlagausführungen konstant wiederholbar waren. Ich war anfänglich skeptisch, ob ich die ox-Noppe auf der ungedämpften Rückhand kontrolliert bekomme. Während des Trainings hat sich aber gezeigt, dass diese beschriebene Linearität des Holzes in der Schlagausführung auch zu einer hohen Kontrolle führt. Ich muss dazu sagen, dass ich in diesem besagten Training keinen Gegner mit hoher Topspinqualität hatte und ich auch dementsprechend keine harten Topspins fangen musste. Wie das klappt, müsste ich erst gegen unseren 1er (1700TTR 2x Tenergy05 Topspinmonster) ausprobieren. Aktives Spiel mit der ox Noppe, gegen eher passive Spieler auf Bezirksklasse Niveau, auch auf relativ leere Bälle, klappt mit dem Perfect und dem SpinTrick ox aber sehr gut und kontrolliert, trotz des hohen Tempos. Ich werde auf Achims Empfehlung hin noch einen DtecS mit 1.2mm Schwamm auf der Rückhand ausprobieren, auch mit dem Hintergrund, dass ich mein Spiel in Zukunft etwas weiter weg vom Tisch und auch mit der Noppe "allroundiger" aufziehen möchte... mal sehen, auf jeden Fall bin ich sehr gespannt auf die weiteren Tests mit dem Holz, in das ich mich eigentlich schon beim Auspacken verliebt habe. Schade dass man hier keine Bilder posten kann, das Schätzchen ist ein Hinkucker und zeigt die hohe Handwerkskunst von Achim!!!

Update nach dem 2.Training gestern Abend:
Die Vorhand mit dem Zyre03 2.5mm ist nach wie vor sehr gut, genau wie du das sehr gut in deinem Bericht beschreibst: Flacher Ballabsprung, viel Spin, hohes Tempo aber auch hohe Kontrolle. Sehr gutes Block- und Schussverhalten. Beim Aufschlag auch viel Spin, da macht sich aber noch das höhere Tempo gegenüber meiner Dream/Zyre03 Kombi bemerkbar, das bedarf noch einer gewissen Anpassung im Treffpunkt. Mir gerieten schnelle Unterschnitt- und Seitschnittaufschläge häufig noch zu lang und ins Aus. Der DtecS mit 1.2mm Schwamm war für mich auf dem Perfect viel zu schnell, da ist mittlerweile meine Schlagausführung zu ox-lastig und auch das Anschlaggefühl ist mit dem dickeren Schwamm nicht Meins, auch hier bin ich das direkte Gefühl der ox-Noppe zu sehr gewöhnt. Da müsste ich mein Spiel noch weiter nach hinten verlagern und das wäre eine zu große Umstellung für mich. Ich montiere den Barna SpinTrick ox wieder und werde in naher Zukunft auch andere ox-Noppen noch auf dem Perfect testen und hier davon berichten.
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Re: Test: Re-Impact Prototyp "Fire"

Beitrag von achim »

Noppen Matthes hat geschrieben: Dienstag 23. Dezember 2025, 02:13
achim hat geschrieben: Dienstag 23. Dezember 2025, 00:47Die weichen Schichten deinstabilisieren...
Was ist denn "deinstabilisieren"? Doppelte Verneinung also heisst es stabilisieren?!
Tippfehler/Autokorrektur – destabilisieren.
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Re: Test: Re-Impact Prototyp "Fire"

Beitrag von GlantiNewbie »

@Achim: Wäre das Fire auch etwas für Glanti Spieler oder ist das andere Holz dass Du mir empfohlen hast besser? Mehr "Dampf" auf der Vorhand hört sich schon mal gut an.
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Re: Test: Re-Impact Prototyp "Fire"

Beitrag von achim »

GlantiNewbie hat geschrieben: Dienstag 23. Dezember 2025, 10:41 @Achim: Wäre das Fire auch etwas für Glanti Spieler oder ist das andere Holz dass Du mir empfohlen hast besser? Mehr "Dampf" auf der Vorhand hört sich schon mal gut an.
Ja, sicher – aber beim Glanti vermutlich eher nur in der Version mit „Botanik“ auf der Rückhand. Allerdings ist das ein recht teurer Prototyp: Den testet Jobe93 gerade langfristig, und er wurde eigentlich nur als wissenschaftliches Versuchsholz gebaut. Allein der Materialeinsatz ist hoch, weil diese extrem leichten Schichten (unter 65 kg/m³) in Deutschland derzeit Mangelware und praktisch nicht zu bekommen sind.

Das bisherige Fire (ohne Berücksichtigung dieser neuen Entwicklung) hat folgenden Aufbau:
EsR–k–sa–6 / –sa–k–EsR.
Das wäre mit Sicherheit etwas für dich und deinen Glanti – in Verbindung mit einem Zyre03 auf der Vorhand, gern bis 2,5 mm.

Nach der Auswertung des Testberichtes von Jobe93 würde ich diesen Typ als Dauerlösung für einen Glanti jetzt so bauen:
(E4 ⇒ Limba–Riegel–Sapeli) –3/4/–3H–k–k–Platane

Oder alternativ die Umkehrfunktion:
(E4LiR–sa) 3/–4/–3\–k–k–Pl
→ ergibt ca. 14,4 mm, Vorhand deutlich „Spinoff“, Rückhand kontrolliert von def+ bis all–.

Beim normalen Anti wäre das alles unkritisch – beim Glanti sollten wir jedoch besser eine dreifache Botanikgruppe hintereinander einsetzen.

Grundsätzlich ist das alles gut spielbar, was ich fertige. Nur gilt: Bei den neuen Entwicklungen gibt es naturgemäß weniger Erfahrungsberichte –
einiges ist trotz Stand der Technik Neuland und lässt sich letztlich nur über gezielte Tests sauber absichern.
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Re: Test: Re-Impact Prototyp "Fire"

Beitrag von Jobe93 »

GlantiNewbie hat geschrieben: Dienstag 23. Dezember 2025, 10:41 @Achim: Wäre das Fire auch etwas für Glanti Spieler oder ist das andere Holz dass Du mir empfohlen hast besser? Mehr "Dampf" auf der Vorhand hört sich schon mal gut an.
Es dampft enorm 😁. Also kein Witz, mit der vorhand bekomme ich eine Dynamik hin die ist wirklich auf sehr hohem Niveau. Es kommt selten vor, dass mein Oberliga-Trainingspartner den Bällen nur hinter her guckt, aber das kam die letzten Trainings häufiger vor. In Kombination mit dem Zyre 03 lassen sich da richtige Bomben zünden. Die Kontrolle ist dabei erstaunlich hoch und auch die spinanfälligkeit (vor allem bei früh genommenen Bällen) gering.

Ich habe auch 2 Jahre mit Glanti gespielt und so ziemlich alle Glantis auf dem Markt getestet. Ich habe definitiv vor im neuen Jahr das Holz auch mit Glanti zu testen. Allerdings würde ich mehr Dämpfung als z.B. beim SG Black wählen. Vermutlich einen SG Soft oder ABS 3 pro. Du kannst dich auf den Bericht freuen. :)
Material (Im Test):
Re-Impact M3 Select 2026
Donic Bluegrip J2 (2.0mm)
Tactics (ox)

Joola Vyzaryz Trinity
Butterfly Dignics 80 (2.1 mm)
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Re: Test: Re-Impact Prototyp "Fire"

Beitrag von 4olaf »

Ich habe heute auch einen Prototypen vom Fire bekommen, aber ohne Kork Furniere, d.h. die RH ist ähnlich wie die VH ausgelegt. Ich bemerke auch keinen wesentlichen Unterschied zwischen VH und RH und hier dominiert eher der Belagsunterschied als die Holzseiten (so zumindest mein erster Eindruck an der Ballmaschine, da Training frühestens erst wieder am kommenden Montag möglich ist). Das Holz ist eher balsatypisch und dynamisch ausgelegt, wobei ich sofort beim Einspielen mit der VH und der RH zurecht kam und sofort merkte, meine Beläge harmonieren schon einmal perfekt (zum Testen Xiom Omega V in 2.0 und DHS Skyline 3-60 in 2.1mm). Was auch spürbar ist, dass trotz Dynamik, das Holz kontrolliert ist, die Bälle weder unplanmäßig steigen noch einfach ins Netz fallen. Ich würde die Flugbahn genau in der Mittelposition ansiedeln und somit sollte jedes Spiel, vom Block bis Ziehen auf Unterschnitt wie auch Topspin Duelle gleich gut gewichtet funktionieren. Ich habe da jetzt erst mal keine Schwächen gesehen, wo ich sagen würde - ohoh, das wird im freien Spiel mit einem menschlichen Partner nachher Probleme geben.

Was mir aber aufgefallen ist, bei Unterschnittabwehr auf Topspin - je stärker ich da mit dem Schläger reingehe, werden die Bälle nicht kürzer durch Spin, sondern fliegen wirklich gerade mit leichter Tendenz abfallend zum Plattenende. D.h. hier wird die Dynamik komplett in Vorwärtsbewegung umgesetzt und der Ball hat keine wirkliche Spinkurve. Beim VH Topspin ist es so, trifft man ihn frontal, kommt ein gerader "Bounce" Effekt zustande und so ist Blocken/Kontern sehr einfach umsetzbar. Trifft man ihn tangential (vor allem mit langen Armbewegung führend), ist da viel Suppe drin (und je nach Tempovariation eine Kombination daraus). Aber selbst wenn man ihn nur "streichelt" hat der Ball genug Power, um mit viel Spin übers Netz zu kommen. Hierbei bleibt der Ball aber immer flach im Ballabsprung (wohl auch durch die eher stärkere Vörwörtsbewegung geschuldet). Aber in keinem Fall hatte ich das Gefühl, dass das Holz mit den Belägen spinanfällig wirkt, also es spielt sich sehr gutmütig auf Spin beim Kontern und Topspin/Unterschnitt. Wie das Verhältnis noch später genau aussieht kann ich erst sagen, wenn ich "echte" Trainingspartner habe. Aber es gibt immer wieder Hölzer, wo ich an der Ballmaschine schon sehe - ne, das wird nix...beim Fire bin ich sehr optimistisch, dass sich da einiges machen lässt.
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Re: Test: Re-Impact Prototyp "Fire"

Beitrag von Jobe93 »

Heute habe ich nochmal mit dem Fire trainiert und diverse lange Noppen ausprobiert. Auf der Vorhand habe ich wieder den Zyre 03 in 2.5mm gespielt. Bei diesem würde ich noch hinzufügen, dass wenn man den Ball beim Topspin fallen lässt sich deutlich mehr Spin in den Ball legen lässt. Trifft man den Ball im aufsteigen dann lässt sich der Ball am besten mit einer schnellen Bewegung nach vorne ziehen. Hier dominiert dann ganz klar das Tempo.

Bei Noppen habe ich einen Trapper X, einen Tactics und einen Virus 2 getestet. Diese haben alle recht gut funktioniert. Es ist aber schon durch die Bank weg zu vermerken, dass das Holz mit ox LN wirklich flott ist. Auch beim Trapper X und Virus 2 war die Kombination mit dem Holz schnell. Dadurch entsteht aber auch ein gewisser größerer Störeffekt. Der Gegenspieler hat weniger Zeit zum reagieren und insbesondere aktiv gespielt kommen dabei starke Bälle zustande. Passiv ist es aber recht schwer kurze Bälle zu spielen. Mit lockerem Handgelenk und ohne Bewegung habe ich es schon geschafft schnelle Angaben so abzulegen, dass der Ball 2 mal aufgekommen ist. Dies war aber schon recht anspruchsvoll. Ich werde das nächste Mal versuchen noch langsamere Noppen zu testen bzw. sehen ob ich an eine mit Dämpfungsschwamm rankomme (z.B. Monkey oder Virus 2)
Material (Im Test):
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Re: Test: Re-Impact Prototyp "Fire"

Beitrag von Jobe93 »

Heute konnte ich im Training einen restgriffigen Anti auf dem Fire ausprobieren und möchte hier nun gerne ein paar Eindrücke und Anmerkungen aufschreiben. Auf der Vorhand hatte ich weiterhin den Zyre 03 in 2.5mm, auf der Rückhand einen Sunflex Dr. Freeze (1,25mm Dämpfungsschwamm - sehr langsam). Mich hat besonders interessiert in wie weit sich ein Dämpfungsschwamm in Kombination mit dem Fire verhält. Diese kenne ich bereits von meiner Erfahrung im Spiel mit Glatt-Anti, ich wollte aber mal etwas neues LN-ähnlicheres ausprobieren. ;)

Der Anti mit Dämpfungsschwamm hat gut funktioniert. Im passiven Spiel sind mir die Bälle recht oft im Netzt hängen geblieben, da musste ich schon ordentlich in und hinter den Ball gehen. Aktiv gespielt konnte ich mit dem Teil sehr gut angreifen. Da hat das Holz erstaunlich gute Unterstützungsarbeit geleistet - ähnlich wie schon beim Angreifen mit langen Noppen. Die Spinumkehr war mit dem restgriffigen Anti natürlich nur gering. Das Störpotential kam hauptsächlich durch die unangenehmen Tempowechsel und abtauchenden Angriffsbälle. Insgesamt war der Test wirklich positiv - ich denke aber ein Glattanti (z.B. der Dr. Neubauer ABS 3 pro in 1,3mm) wäre deutlich effektiver, da man ähnliche Tempowechsel spielen kann und nochmal deutlich mehr Schnittumkehr bei (wie ich finde) ähnlicher Kontrolle hat. 2-3 Glantis habe ich im Kopf die ich theoretisch gerne testen würde (mal sehen was der Geldbeutel dazu sagt :D): Den ABS 3 Pro 1,3mm, DMS E.S.P. 1,2mm und einen SG Soft in 0,8mm. Mit denen könnte ich mir mit dem Fire in meiner Ausführung eine gute Synergie vorstellen.

Merklich negativ hat sich aber der Anti mit Schwamm auf die Balance des Holzes ausgewirkt. Im Vergleich zur ox LN Hat das Holz ca. 15g mehr gewogen. Es wurde außerdem deutlich Kopflastiger, was sich auch auf das Spiel mit der Vorhand ausgewirkt hat. Der Zyre 03 kam mir in der Konfiguration etwas weniger lebendig vor, ich musste mehr arbeiten um Tempo abzurufen. Auch das Handgelenk war, durch das höhere Gewicht insgesamt und vor allem am Kopfende des Schlägers gesammelt, stärker belastet. Das habe ich bereits nach einigen Minuten gemerkt. Insgesamt war die Leichtigkeit im Spiel im Vergleich zu einer Konfiguration mit ox LN reduziert.

Ich denke in der 11-schichtigen Ausführung und mit der ~18mm Dicke wäre es ratsamer entweder auf der einen Seite mit einer ox LN zu spielen, oder einen Vorhandbelag zu nutzen der einen dünneren Schwamm (1,5mm und weniger) hat und bestenfalls auch nicht so viel wiegt. Alternativ eine Mischung aus beidem: Etwas weniger Schwamm auf der Vorhandseite (1,5-1,8mm) und z.B. einen Glanti mit sehr wenig Schwamm (0,6-0,9mm) auf der Rückhandseite. Beläge mit "viel" Schwamm auf beiden Seiten beeinflussen meiner Meinung nach die Balance und das Handling des Holzes zu negativ. Wenn ich das richtig sehe plant Achim aber auch eine dünnere Version für die Nutzung mit Glanti - siehe seinen Kommentar von oben. Ich denke damit sollte das Problem dann auch nicht auftreten und eine Kombination mit Glanti (mit mehr Schwamm) auch gut passen. :wink:
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Re: Test: Re-Impact Prototyp "Fire"

Beitrag von 4olaf »

Das hier ist übrigens meine Version vom Testholz - am Montag kann ich dazu im Spiel gegen "echte" Menschen etwas sagen, aktuell nur gegen Roboter einen ersten Eindruck gewonnen und der ist vielversprechend (gut).
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