Ich habe von Achim Rendler ein Testholz bekommen, welches ich nun einige Male im Training (u.a. mit verschiedenen Belägen) testen konnte. Hier würde ich nun gerne meine bisherigen Erfahrungen mit dem Holz und den verschiedenen Belag-Konfigurationen teilen. Es handelt sich dabei um einen vorläufigen Zwischenbericht wenn man so will. Geplant ist, dass ich das Holz über deutlich längere Zeit teste und noch viele weitere Beläge damit ausprobieren werde. Der vorläufige Name des Holzes ist "Fire". Auf diesen werde ich mich dann bei Vergleichen auch beziehen.
Das Holz hat die Struktur: (E4PL)-12mm-Balsa + Botanik insgesamt 2 mm -(PLE4)
Wie man erkennen kann sind auf der Rückhandseite zwei Korkschichten verbaut. Von dem Holz gibt es aktuell noch ein weiteres Modell, welches ohne Kork getestet wird. Mein Holz ist auf mein Spielsystem: Vorhand glatt/normal und Rückhand Lange Noppe in ox ausgelegt. Ich habe ein Mittelblatt (ca. 159x159) getestet.
Getestet habe ich es auf der Vorhandseite mit einem Zyre 03 (2,5mm), einem Tenergy 05 (1,9mm) und einem Nuzn 50 (2,0mm). Auf der Rückhandseite bisher ausschließlich mit einem Spinlord Sternenfall Pro in ox. Der Vorhandbelag ist bei mir immer schwarz, die Noppe war rot.
Meine Eindrücke hatte ich "tagebuchhaft" festgehalten und würde die auf diese Weise übernehmen. Meldet mir gerne zurück, ob sich dies gut lesen lässt oder ob ich solche Eindrücke lieber in Zukunft lieber in einer anderen Form hier reinstellen soll. Ich wollte es gerne einmal so probieren, da es sich für mich natürlich angefühlt hat es so niederzuschreiben und beim umschreiben gerne auch mal Eindrücke verloren gehen können.
1. Konfiguration mit Zyre 03 2,5 u. Sternenfall Pro ox
Gesamtgewicht: 144g
Erste Eindrücke:
Das Holz mit Zyre 03 ist schnell. Es hat einen hohen Sound. Während das Grundtempo in einem „moderat hohen“ Bereich liegt können bei etwas schnelleren Schlägen einige Gänge hochgeschaltet werden. Der Ballabsprung ist flach. Sehr angenehm für Block-Konter und gefährlich bei Topspins. Trotz des hohen Grundtempos ist die Kontrolle mit der ox Noppe gut. Trotz erstmaligem Test mit dieser Noppe kam ich direkt gut zurecht. Auch hier ist der Ballabsprung angenehm flach. Das Holz liegt sehr angenehm in der Hand. Es ist absolut NICHT zu schwer und gut ausbalanciert.
Vorhand/Rückhand mit Zyre 03:
Block-Konter geht quasi wie von Zauberhand. Sehr hohe Kontrolle. Die Bälle kommen flach und haben eine gute Länge (im letzten Drittel der gegnerischen Spielhälfte). Bälle können sogar direkt mit viel Kontrolle leicht Gegengeschossen werden. Mit meinem Trainingspartner konnte ich so recht lange Ballwechsel Schuss-Schuss am Tisch spielen. Die Kontrolle ist sehr hoch. Das Spielgefühl ist direkt. Es erinnert an das M3-Select. Aber irgendwie "mittelbarer". Man kann ebenso langsame Bälle spielen, aber auch sehr schnelle. Es ist aber anders vom Gefühl. Das M3-Select ist wie eine normale Gangschaltung beim Auto, man überlegt sich welchen Gang man reinmachen möchte und schaltet dann entweder bewusst hoch oder runter. Das Fire ist im direkten Vergleich stattdessen eine automatische Gangschaltung. Die Übergänge fühlen sich fließender an und kommen ganz von selbst. Ein wahnsinnig schöner Spielfluss. Spin war auch hoch. Vor allem Seitschnitt in den Aufschlägen. Der Topspin verfügt auch über viel Spin. Wobei das Tempo dominiert. Ich konnte aus der Halbdistanz fast die Augen zumachen und wusste ich treffe den Ball mit hoher Dynamik und Qualität. Sehr geringe Streuung und super ansteuerbar. Ein absolutes Top-Match mit dem Zyre 03. Diesen in der Rückhand gespielt führt zu einem etwas höheren Ballabsprung beim Blocken (in der Vorhand ist dieser angenehm flach und dadurch auch sehr gefährlich bei Topspins). Beim kurz-kurz spielen bleibt der Ball aber trotz der hohen Dynamik des Holzes schön kurz. Tatsächlich sind mir ein paar Bälle sogar im Netz "verhungert". Da muss ich noch den richtigen Weg finden. Rückhandtopspin auch sehr angenehm und mit viel Spin. Auch in der Rückhand gespielt ist die Kontrolle sehr hoch, wenn auch durch den etwas höheren Ballabsprung ein leicht anderer Schlagwinkel genutzt werden muss. Insgesamt liegt das Holz mit Zyre 03 im Off - Off+ Bereich. Aktives Angriffsspiel wird stärker unterstützt als passives Spiel – wenngleich auch passive Blocks bzw. Notblocks eine gute Quote haben.
Vorhand/Rückhand mit Sternenfall Pro:
Der Sternenfall Pro ist eine eher schnellere Noppe. Hart und direkt im Anschlag. In Kombination mit dem Fire war die Geschwindigkeit in einem hohen Bereich. Nichtsdestotrotz leidet die Kontrolle nicht so stark. Mit etwas Anpassung bekommt man das Tempo gut in den Griff, bzw. kann dieses sogar wunderbar zu seinem Vorteil nutzen. Angriffsbälle sind mit diesem der Wahnsinn auf dem Holz. Die Bälle tauchen stark ab und lassen sich erstaunlich leicht aktiv spielen. Blockbälle sind eher schwer kurz zu setzen, dafür haben Sie fast alle einen sehr unangenehme, lange Flugbahn die den Gegner sehr unter Druck setzt. Die Bälle bleiben dabei sehr flach und tauchen auch hier etwas ab. Obwohl das passive Blockspiel nicht die große Stärke des Sternenfall Pro ist konnte ich damit viele Punkte erzielen. In der langen Abwehr konnte ich auch viel Spin generieren. Durch die flachen Flugkurve denkt der Gegner immer da wäre nicht viel Spin im Ball und verschätzt sich dann extrem. Das beste war: ich konnte mit der Noppe auch normal Gegenkontern und sogar Topspin spielen. Super unangenehm und mit ein bisschen Übung denke ich ein wahnsinnig effektiver Schlag. Der Hackblock ist etwas schwerer zu spielen (durch das hohe Tempo) hat aber viel Spin und ebenfalls eine unangenehme Länge für den Gegenspieler.
Anekdotische Anmerkung:
Konnte gegen meinen Trainingspartner (1940 TTR) mit der Kombi direkt 4:2 gewinnen und habe sehr gut gespielt. Auch auf seine kurze Noppe auf der Rückhand hatte ich nicht so viele Probleme wie sonst im Spiel mit der Noppe aber auch beim Anziehen auf die teilweise sehr unangenehmen leeren Bälle von ihm. Er hat zusätzlich mehr Fehler auf meine Spinaufschläge gemacht und auch die leeren Druckbälle meine Noppe oft unterschätzt. Man hat gemerkt, dass er die Sätze gewinnen wollte – aber er konnte meinem variablen Spiel aus Angriffsbällen mit beiden Belägen nicht viel entgegensetzen. Alles in allem würde ich die Kombination aus Zyre 03 2,5mm und Sternenfall Pro ox mit dem Fire als SEHR GUT bezeichnen.
2. Konfiguration mit Tenergy 05 1,9mm und Sternenfall Pro ox
Erste Eindrücke:
Kurzer Test (30 Min). Etwas tieferer Sound als beim Zyre 03. Moderates Tempo, nicht ganz so lebhaft wie der Zyre 03 aber immernoch „recht flott“. Der Ballabsprung ist etwas höher als beim Zyre 03, außerdem nimmt der Belag mehr Spin an (vor allem auf die Rückhand gedreht). Insgesamt muss man beim Blocken und im kurz-kurz den Schlagwinkel entsprechend ändern. Topspins gehen gut, mit schöner Kurve.
Vorhand/Rückhand mit Tenergy 05:
Recht sicheres Block-Konter Spiel. Angenehm im Aufschlag-Rückschlag, allerdings nicht so viel Spin in den Aufschlägen wie beim Zyre 03. Topspins gehen gut, haben eine schöne Kurve – es fehlt beim Nachgehen aber teilweise ein wenig der „Bums“. Insgesamt war das Spiel mit dem Tenergy sehr sicher, außer im kurz-kurz, da rutschten die Bälle leichter hoch. Auch beim Rückhandblock nahmen die Bälle mehr Spin an und man musste mehr aufpassen – mit angepasstem Schlagwinkel ging es allerdings dann beides ganz gut.
Vorhand/Rückhand mit Sternenfall Pro:
Ähnlich zu der Konfiguration mit Zyre 03. Habe keinen großen Unterschied festgestellt. Spielt sich immernoch wirklich gut!
Fazit: In der Kombination mit dem Tenergy 05 spielt sich das Fire GUT. Allerdings muss man festhalten, dass der Belag im Vergleich zu der Konfiguration mit dem Zyre 03 keinen nennenswerten Vorteil bietet.
3. Konfiguration mit Nuzn 50 2,0mm und Sternenfall Pro ox
Gesamtgewicht: 149g
Erste Eindrücke:
Leicht klebriges Obergummi. Beim Dotztest schon merklich dumpferer, tieferer Sound. Weniger lebhaft und dämpfend im Absprung. Beim Spielen moderates Tempo. Fühlt sich insgesamt „pappig“ und indirekt im Spielgefühl hat. Block-Konter funktioniert gut. Ballabsprung ist flach. Topspin geht gut, auch hier ist der Ballabsprung flach. Tempo beim Topspin moderat und Spin in Ordnung. Kurz-kurz geht gut.
Vorhand/Rückhand mit Nuzn 50:
Sicheres Block-Konter Spiel. Beim aktiven Block performt der Belag gut. Ich würde sagen der aktive Block und der Gegentopspin sind die großen Stärken des Belags auf dem Fire. Die Sicherheit bei diesen Schlägen ist außerordentlich gut. Im passiven Block nimmt der Nuzn 50 etwas mehr Spin an und man muss aufpassen wie man den Schlagwinkel einstellt. Topspin ist gut, der Ballabsprung ist flach und die Bälle dadurch recht gefährlich. Das Tempo ist allerdings nicht wirklich hoch. Man muss den Ball sehr stark nach vorne ziehen um gutes Tempo und Qualität im Spin zu erhalten. Durch das starke nach vorne ziehen muss man aufpassen, dass der Schlag nicht zu flach wird. Durch den flachen Ballabsprung nicht wirklich ideal. Zieht man stärker nach oben, dann fehlt das Tempo und die Bälle gehen häufiger zu lang. Oft blieb ich im Netz hängen. Aufschläge waren wesentlich ungefährlicher als mit dem Zyre 03 oder auch Tenergy 05. Auch konnte ich keinen besonderen Sidespin-Effekt feststellen wie z.B. bei dem Zyre 03. In der Rückhand gespielt zeigt sich mit dem Nuzn 50 ein ähnliches Bild. Tempo bleibt moderat, außer man schlägt stark nach vorne. Die Kontrolle leidet darunter allerdings ebenfalls. Unterschnitt z.B. beim kurz-kurz kann viel produziert werden, aber nicht ganz so leicht zu kontrollieren. Beim kurz-kurz fühlt sich der Belag schwierig an. Durch die leicht klebrige Oberfläche fiel es mir nicht so leicht adäquat auf den ankommenden Spin zu reagieren. Bälle landeten häufiger mal im Netz oder stiegen zu hoch. Der Belag fühlt sich in dem Bereich deutlich unintuitiver an als z.B. der Zyre 03. Die Streuung ist bei allen Schlägen nicht sehr hoch. Generell ist die Kontrolle schon in einem guten Bereich, aber es fehlt an Durchschlagskraft und Spin in den meisten Fällen. Das „pappige“ Gefühl blieb auch die gesamte Testzeit.
Vorhand/Rückhand mit Sternenfall Pro:
Kein Großer Unterschied zu den anderen Konfigurationen. Die Noppe spielte sich weiterhin wie gewohnt gut. Allerdings ist der Schläger etwas unbalancierter, da der Vorhandbelag mehr wiegt. Dadurch hatte ich mehr Probleme beim Drehen des Schlägers.
Fazit:
Der Nuzn 50 in 2.0mm spielt sich auf dem Fire in Ordnung. Leider sticht bis auf das Gegentopspinspiel nichts wirklich hervor. Die Kontrolle ist in vielen anderen Bereichen nicht ganz so hoch wie beim Zyre 03 aber immer noch in Ordnung. Auch das Topspinspiel ist nicht so gut wie mit dem Zyre 03, sondern schwieriger/unintuitiver. Aus meiner Sicht ist der Nuzn 50 NICHT der richtige Belag für das Fire.
Seit diesen Eindrücken aus Trainingseinheiten konnte ich heute erneut mit dem Fire testen und habe es wieder mit dem Zyre 03 (2,5mm) und dem Sternenfall Pro (ox) gespielt. Diesmal habe ich das Holz mit meinem Turbo 82 und der selben Belag-Kombination verglichen. Hier meine Eindrücke zu diesem Vergleich.
Vergleich: Re-Impact Turbo 82 mit Prototyp Re-Impact Fire
Beide Hölzer sind vergleichsweise schnell mit dem Zyre 03. Bei dem Fire ist die "Tempo-Range" größer, d.h. ich konnte sowohl langsame Bälle als auch sehr schnelle Bälle spielen, während diese Range beim Turbo 82 geringer war. Endschläge sind mit dem Fire deutlich durchschlagender und entwickeln viel Dynamik. Beim Turbo 82 ist das ganze "gezähmter", aber wie ich finde auch sehr angenehm. Trotz der hohen Dynamik lässt sich das Fire ziemlich gut kontrollieren. Ich hatte nie das Gefühl die Bälle würden aus dem Schläger unkontrolliert herausschießen. Als ich vor einer Weile das M3 Select getestet habe (ein ähnlich katapultstarkes Holz) hatte ich mit manchen Belägen dahingehend größere Probleme. Beim Fire nicht. Die Ballflugbahn ist angenehm flach und die Bälle haben wirklich eine gute Länge. Beim Turbo 82 ist das Gefühl mit dem Zyre 03 ähnlich, aber es hat einen höheren Ballabsprung. Beim Topspin ist der Spin auf einem ähnlichen Niveau. Eventuell geht dieser beim Turbo 82 durch die höhere Ballflugbahn etwas leichter von der Hand und so lässt sich auch der Ball etwas leichter führen. Dafür punktet das Fire mit Dynamik. Statt klassisch auf Unterschnitt Topspin zu spielen habe ich oft einfach "wie ein Depp den Ball nach vorne gedroschen" und erstaunlicherweise damit gepunktet. Spaß beiseite: Es lässt sich mit dem Fire erstaunlich leicht ein aktiver Schlagspin spielen. Nicht nur über dem Tisch sondern besonders auch bei Unterschnittbällen die man etwas tiefer fallen gelassen hat. Normalerweise funktioniert dieser Schlag bei mir nicht so sicher und ich versuche mit meiner Topspin-Bewegung den Ball mehr "mitzunehmen" und auf "die andere Seite" zu tragen. Beim Fire konnte ich ihn wirklich fast eher "nach vorne schlagen" - mit einer erstaunlich hohen Quote und sehr guter Qualität. Wenn ich zwischen den Hölzern gewechselt habe und mit der selben Technik versucht habe den Ball beim Turbo 82 zu spielen ging dieser mir grandios über den Tisch und landete quasi hinten in der Bande. Wirklich ein riesen Unterschied.
Bei den Aufschlägen hat das Fire die Nase vorn. Aufschläge können auf diesem mit mehr Spin und auch mehr Dynamik/Kick gespielt werden, so dass mein Trainingspartner deutlich größere Probleme mit diesen hatte. Vor allem Sidespin-Aufschläge sind sehr effektiv. Beim Turbo 82 war ich mit diesen auch schon mehr als zufrieden, aber beim Fire sind diese wirklich nochmal ne Ecke gefährlicher. Allerdings muss ich noch an meiner Quote arbeiten, da das Holz dicker ist habe ich den Treffpunkt noch nicht zu 100% verinnerlicht.
Der Sternenfall Pro funktioniert auf dem Fire um Welten besser als auf meinem Turbo 82. Das Turbo 82, der Sternenfall Pro und ich werden keine Freunde. Beim Fire gefällt mir die Noppe wirklich sehr gut, auch wenn ich noch daran arbeiten muss wirklich aktiv mit dieser zu spielen, da dies die große Stärke des Belags und meiner Meinung nach auch der Kombination mit dem Fire ist.
Bei meinem Trainingspiel mit dem Fire konnte ich heute im Anschluss wieder gegen meinen Trainingspartner (1940 TTR - der selbe wie beim letzten Mal) 5:3 gewinnen. Bin ich wirklich happy mit.
Bei den nächsten Trainings möchte ich das Fire mit anderen Noppen testen. Ausprobieren werde ich vermutlich zunächst den Virus 2 und den Tactics. Außerdem möchte ich unbedingt noch langsamere Noppen wie den Trapper X und den Dornenglanz X mit diesem testen, da ich denke, dass diese auf dem Holz wirklich gefährlich sein könnten, da dies eine höhere Dynamik im aktiven Spiel mitbringt, aber auch schön dämpfend im passiven Spiel ist.
Weitere Tests mit restriffigen Antis und Glantis sind auch angesetzt. In der Fraktion der restgriffigen Antis habe ich auch bereits einen Super Stop (1,5mm) und einen Sunflex Dr. Freeze (1,25mm) auf Lager.
Für Vorschläge zum Testen bin ich (je nach Umsetzbarkeit) auch immer offen!
Bis dahin wünsche ich allen Lesern schon einmal schöne Festtage!
Ich schreibe wieder sobald ich was neues zu berichten habe (eventuell schon morgen nach dem nächsten Training).















