Test: Re-Impact Prototyp "Fire"

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4olaf
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Re: Test: Re-Impact Prototyp "Fire"

Beitrag von 4olaf »

Das ist jetzt meine aktuelle Holzkonfiguration. Man sieht sehr schön, dass ich einen anderen Aufbau vom Prototypen Fire mit etwas teueren und selektierten 2mm Balsafurnieren habe. Ich bin gespannt auf den ersten Realtest morgen abend.

Bild
Re-Impact Tachi 2023 VH: XIOM Omega V 2.0mm rot , RH: DHS Skyline 3-60 2.1mm schwarz
4olaf
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Re: Test: Re-Impact Prototyp "Fire"

Beitrag von 4olaf »

So, heute das erste mal im echten Spiel das Holz genutzt mit meinen Testbelägen Xiom Omega V2.0mm VH und Skyline 3-60 2.15mm RH. Beim Einspielen/Kontern hat sich das Bild von der Ballmaschine bestätigt. Topspinvariationen VH wie RH gehen butterweich, auch auf Unterschnitt. Dennoch hat der Ball einen flachen Ballabsprung (also mit hoher Flugkurve ist da nix) - und trotzdem konnte man da sehr leicht auf Unterschnitt anziehen, weil das Tempo des Holzes den Ball über das Netz hievt. Beim aktiven Angriffs/Konterspiel verhält sich das Holz erstaunlich gutmütig und immer mit extrem viel Sidespin spielbar. Also die Rotation mit Sidespin empfand ich sogar einfacher zu spielen als reine Topspin Bälle.

Aber - mit meinen Belägen gingen alle Bälle immer ziemlich stark an die Grundlinie der Platte, ein kurz kurz Spiel empfand ich viel schwieriger als z.B. mit dem Tachi 2023, weil da sind die Bälle dann komischerweise dann gestiegen und haben Unterschnitt dann nach oben "abgegeben". Hier war es für den Gegner viel einfacher zu eröffnen und mich unter Druck zu setzen. D.h. kurz-kurz lief nicht gut und dann bin ich automatisch auf die lange Variante ausgewichen. Nur, wenn ich immer nur lang spiele, weiß der Gegner das auch und kann sich darauf einstellen. Und die langen Unterschnittbälle hatten keine große Spinqualität, als ob die Kraft in die Länge/Distanz und nicht in Rotation umgesetzt wurde. Ich habe damit zwar einige Punkte gemacht, aber nur, weil der Trainingspartner anfangs immer mit "mehr" gerechnet hatte, als drin war. Nachher hat er sich darauf einstellen können und da fehlte mir einfach die Variante, den Ball mit viel Spin kurz zu spielen, weil er da Spin herausgenommen hat und lang nicht viel drin ist.

Ich hatte das Gefühl, dass zu wenig Rotation im Unterschnitt erzeugt. Beim Topspin sind die Bälle alle flach, lang und schnell abgetaucht - schwierig für meinen Partner gegenzuziehen (zumal sie schnell gespielt wurden). Das große Problem sehe ich mit meinem Setup aber das passive Spiel generell - die Bälle mit Qualität kurz zu halten war fast unmöglich, die Bälle lang hatten durch den Katapult zu wenig Qualität, nur im aktiven Spiel hat das Holz geglänzt und da war es komischerweise sehr fehlerverzeihend und hat riesig Spaß gemacht.

Ich sehe in den 4 x 2mm Balsaschichten im Mittelkern zu viel Katapult für meine Beläge (und der Skyline 3-60 ist nicht wirklich katapultig - dafür dicken Schwamm). Ich muss das Holz unbedingt mit dünneren Beläge (2 x 1,5mm) noch mal testen und Achim müsste an den 4 x 2mm Balsaschichten etwas variieren. Ich bin da noch zu sehr auf mein Tachi 2023 mit 2 x 3mm Balsa Schichten gewöhnt, das sich schon deutlich direkter und kontrollierter im passiven Bereich spielen lässt. Ich bin mir aber sicher, mit dünnen Belägen und/oder mit 2-4mm weniger (und dafür eventuell Korkschichten) wäre das noch mal eine Variante, die man testen könnte und müsste. Schließlich ist das "nur" ein Testholz und "nur" eine Variante vom Fire.
Re-Impact Tachi 2023 VH: XIOM Omega V 2.0mm rot , RH: DHS Skyline 3-60 2.1mm schwarz
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achim
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Re: Test: Re-Impact Prototyp "Fire"

Beitrag von achim »

4olaf hat geschrieben: Montag 5. Januar 2026, 22:55 So, heute das erste mal im echten Spiel das Holz genutzt mit meinen Testbelägen Xiom Omega V2.0mm VH und Skyline 3-60 2.15mm RH. Beim Einspielen/Kontern hat sich das Bild von der Ballmaschine bestätigt. Topspinvariationen VH wie RH gehen butterweich, auch auf Unterschnitt. Dennoch hat der Ball einen flachen Ballabsprung (also mit hoher Flugkurve ist da nix) - und trotzdem konnte man da sehr leicht auf Unterschnitt anziehen, weil das Tempo des Holzes den Ball über das Netz hievt. Beim aktiven Angriffs/Konterspiel verhält sich das Holz erstaunlich gutmütig und immer mit extrem viel Sidespin spielbar. Also die Rotation mit Sidespin empfand ich sogar einfacher zu spielen als reine Topspin Bälle.

Aber - mit meinen Belägen gingen alle Bälle immer ziemlich stark an die Grundlinie der Platte, ein kurz kurz Spiel empfand ich viel schwieriger als z.B. mit dem Tachi 2023, weil da sind die Bälle dann komischerweise dann gestiegen und haben Unterschnitt dann nach oben "abgegeben". Hier war es für den Gegner viel einfacher zu eröffnen und mich unter Druck zu setzen. D.h. kurz-kurz lief nicht gut und dann bin ich automatisch auf die lange Variante ausgewichen. Nur, wenn ich immer nur lang spiele, weiß der Gegner das auch und kann sich darauf einstellen. Und die langen Unterschnittbälle hatten keine große Spinqualität, als ob die Kraft in die Länge/Distanz und nicht in Rotation umgesetzt wurde. Ich habe damit zwar einige Punkte gemacht, aber nur, weil der Trainingspartner anfangs immer mit "mehr" gerechnet hatte, als drin war. Nachher hat er sich darauf einstellen können und da fehlte mir einfach die Variante, den Ball mit viel Spin kurz zu spielen, weil er da Spin herausgenommen hat und lang nicht viel drin ist.

Ich hatte das Gefühl, dass zu wenig Rotation im Unterschnitt erzeugt. Beim Topspin sind die Bälle alle flach, lang und schnell abgetaucht - schwierig für meinen Partner gegenzuziehen (zumal sie schnell gespielt wurden). Das große Problem sehe ich mit meinem Setup aber das passive Spiel generell - die Bälle mit Qualität kurz zu halten war fast unmöglich, die Bälle lang hatten durch den Katapult zu wenig Qualität, nur im aktiven Spiel hat das Holz geglänzt und da war es komischerweise sehr fehlerverzeihend und hat riesig Spaß gemacht.

Ich sehe in den 4 x 2mm Balsaschichten im Mittelkern zu viel Katapult für meine Beläge (und der Skyline 3-60 ist nicht wirklich katapultig - dafür dicken Schwamm). Ich muss das Holz unbedingt mit dünneren Beläge (2 x 1,5mm) noch mal testen und Achim müsste an den 4 x 2mm Balsaschichten etwas variieren. Ich bin da noch zu sehr auf mein Tachi 2023 mit 2 x 3mm Balsa Schichten gewöhnt, das sich schon deutlich direkter und kontrollierter im passiven Bereich spielen lässt. Ich bin mir aber sicher, mit dünnen Belägen und/oder mit 2-4mm weniger (und dafür eventuell Korkschichten) wäre das noch mal eine Variante, die man testen könnte und müsste. Schließlich ist das "nur" ein Testholz und "nur" eine Variante vom Fire.
ich halte mal fest, für einen kompromisslosen 'Angreifer ist das Versuchsholz top, aber für einen zu passiven Spieler eher nichts, wenn die Spielbeläge, wie in diesem Fall einfach übersteuert werden.
Aber genau das dachte ich mir schon, weil Olaf nur diese Spielgummis immer gespielt hat. Er lässt sich aber auf einen Test mit 2 x Mark V in 1,5 mm ein, um das Testholz neu zu bewerten..
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Re: Test: Re-Impact Prototyp "Fire"

Beitrag von GlantiNewbie »

Jobe93 hat geschrieben: Freitag 2. Januar 2026, 22:39 Heute konnte ich im Training einen restgriffigen Anti auf dem Fire ausprobieren und möchte hier nun gerne ein paar Eindrücke und Anmerkungen aufschreiben. Auf der Vorhand hatte ich weiterhin den Zyre 03 in 2.5mm, auf der Rückhand einen Sunflex Dr. Freeze (1,25mm Dämpfungsschwamm - sehr langsam). Mich hat besonders interessiert in wie weit sich ein Dämpfungsschwamm in Kombination mit dem Fire verhält. Diese kenne ich bereits von meiner Erfahrung im Spiel mit Glatt-Anti, ich wollte aber mal etwas neues LN-ähnlicheres ausprobieren. ;)

Der Anti mit Dämpfungsschwamm hat gut funktioniert. Im passiven Spiel sind mir die Bälle recht oft im Netzt hängen geblieben, da musste ich schon ordentlich in und hinter den Ball gehen. Aktiv gespielt konnte ich mit dem Teil sehr gut angreifen. Da hat das Holz erstaunlich gute Unterstützungsarbeit geleistet - ähnlich wie schon beim Angreifen mit langen Noppen. Die Spinumkehr war mit dem restgriffigen Anti natürlich nur gering. Das Störpotential kam hauptsächlich durch die unangenehmen Tempowechsel und abtauchenden Angriffsbälle. Insgesamt war der Test wirklich positiv - ich denke aber ein Glattanti (z.B. der Dr. Neubauer ABS 3 pro in 1,3mm) wäre deutlich effektiver, da man ähnliche Tempowechsel spielen kann und nochmal deutlich mehr Schnittumkehr bei (wie ich finde) ähnlicher Kontrolle hat. 2-3 Glantis habe ich im Kopf die ich theoretisch gerne testen würde (mal sehen was der Geldbeutel dazu sagt :D): Den ABS 3 Pro 1,3mm, DMS E.S.P. 1,2mm und einen SG Soft in 0,8mm. Mit denen könnte ich mir mit dem Fire in meiner Ausführung eine gute Synergie vorstellen.

Merklich negativ hat sich aber der Anti mit Schwamm auf die Balance des Holzes ausgewirkt. Im Vergleich zur ox LN Hat das Holz ca. 15g mehr gewogen. Es wurde außerdem deutlich Kopflastiger, was sich auch auf das Spiel mit der Vorhand ausgewirkt hat. Der Zyre 03 kam mir in der Konfiguration etwas weniger lebendig vor, ich musste mehr arbeiten um Tempo abzurufen. Auch das Handgelenk war, durch das höhere Gewicht insgesamt und vor allem am Kopfende des Schlägers gesammelt, stärker belastet. Das habe ich bereits nach einigen Minuten gemerkt. Insgesamt war die Leichtigkeit im Spiel im Vergleich zu einer Konfiguration mit ox LN reduziert.

Ich denke in der 11-schichtigen Ausführung und mit der ~18mm Dicke wäre es ratsamer entweder auf der einen Seite mit einer ox LN zu spielen, oder einen Vorhandbelag zu nutzen der einen dünneren Schwamm (1,5mm und weniger) hat und bestenfalls auch nicht so viel wiegt. Alternativ eine Mischung aus beidem: Etwas weniger Schwamm auf der Vorhandseite (1,5-1,8mm) und z.B. einen Glanti mit sehr wenig Schwamm (0,6-0,9mm) auf der Rückhandseite. Beläge mit "viel" Schwamm auf beiden Seiten beeinflussen meiner Meinung nach die Balance und das Handling des Holzes zu negativ. Wenn ich das richtig sehe plant Achim aber auch eine dünnere Version für die Nutzung mit Glanti - siehe seinen Kommentar von oben. Ich denke damit sollte das Problem dann auch nicht auftreten und eine Kombination mit Glanti (mit mehr Schwamm) auch gut passen. :wink:
Danke Dir für die Informationen. Ich bin gespannt, wenn Du das Holz mit einem Glanti getestet hast. :flame:
Holz: Scooper DEF (Der Materialspezialist)
VH: Jupiter Ultra-Thin (0,7mm)
RH: Super Glanti Blue Edition (0,8mm)
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Re: Test: Re-Impact Prototyp "Fire"

Beitrag von 4olaf »

so, Achim hat mir freundlicherweise 2 x Mark V Belag in 1.5mm zum Testen geschickt, da die Vermutung bestand, dass das Verhalten von "meinem" Fire an zu dicken Belägen liegen könnte. Gestern direkt montiert und im Training getestet. Das Positive vorweg - der Mark V in 1.5mm hat nichts in Qualität und Tempo auf dem Holz eingebüßt, er spielt sich selbst in 1.5mm spritzig, spinnig und dynamisch kontrolliert. Auf jedem normalen Vollholz würde er kaum Druck mit dem Plastikball aufbauen können, auf dem Fire ist das schon eine sehr schöne Combi.

Dennoch - war ich überrascht - dass sich das Spielverhalten nicht merklich geändert hat. Im aktiven Spiel funktionieren fast alle Schläge wie gewohnt sehr gut, ob weicher Angriff auf Unterschnitt oder harter Schuss. Immer schön zu beobachten, dass gerade Side-Topspin Varianten extrem gut damit zu spielen sind. Aber leider hat sich auch mit 1,5mm das passive Spiel gar nicht verbessert. Das habe ich gerade mit meinem Trainingspartner (VH normaler Anti, RH kurze Noppen) gemerkt. Wenn er mit seinem Anti angegriffen hat, konnte man mit dem Fire die gut zurückretounieren, weil da genug noch Eigendynamik vom Holz war und die nicht verhungert sind (gerade auf Anti-Top Topspin gegenzuziehen ist immer eine sehr heikle Angelegenheit und da muss man über seinen Schweinehund springen und mehr als gewohnt nach vorne spielen - mit dem Fire war das aber fast ohne Kraftaufwand möglich). Sobald er aber mit seinen kurzen Noppen gegengangen ist (und da kommt schon ein komplett anderer Spin zurück, wie jeder weiß) oder sogar mit seinen kurzen Noppen geschossen hat, hat sich das Fire kontraproduktiv verhalten. Da konnte ich den Ball nur noch unkontrolliert zurückhämmern und das tolle Ball-Gefühl war weg, ich hatte kaum noch Ballkontaktzeit und der Ball ist sofort weggesprungen. Das hatte ich auch später bei einem normalen Angreifer, sobald er mich hart angespielt hat, ist der Ball auch mit viel zu viel Katapult zurückgesprungen und man hatte zu wenig Zeit, den Ball zu führen. Nimmt man da etwas den Schläger zurück und das Tempo auch, dann ging es noch - aber das ist nicht sinnig immer bewußt das Tempo im Armschlag zu reduzieren. Auch beim Unterschnitt sind mir öfters beim harten Gegenschupf vom Gegner die Bälle ungewöhnlich hoch gestiegen, also die Energie ist nicht nach vorne, sondern nach oben abgegeben worden, obwohl die Schlägerhaltung richtig war bzw. so wie gewohnt gespielt wurde. Hier hätte man den Schläger viel öfters schließen müssen, aber in anderen Situationen widerum nicht. Dieses inkonsistente Verhalten gerade beim passiven Spiel vermute ich in den zu hohen Katapult Anteil vom Holz, der sich komplett durchschlägt, wenn der Gegner feste agiert. Ich habe auch VH und RH in der 2. Spielebene getestet, die mehr etwas besser viel, weil die VH etwas mehr Bogen und die RH etwas flacher war - aber eher minimal, sonst hat sich VH wie RH eher gleich gespielt.

Genau das gleiche Verhalten hatte ich aber auch bei meinen normalen Spielbelägen gehabt, also liegt es nicht an 2mm Schwämmen, sondern wirklich am Holz. Aktiv gespielt super leicht und weich, Passiv gespielt zu viele Fehler durch zu starke Schwankungen im Verhalten. Achim - ich würde hier wirklich (zumindest in meiner Spielversion) die Balsa Schichten anpassen, auf weniger Schichten oder anders "sperren", damit das passive Spiel beherrschbarer wird.
Re-Impact Tachi 2023 VH: XIOM Omega V 2.0mm rot , RH: DHS Skyline 3-60 2.1mm schwarz
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