Neros hat geschrieben: ↑Donnerstag 4. Juni 2026, 18:47
Hallo,
euer ERGOFIT-Konzept finde ich sehr interessant. Ich spiele aktuell ein Re-Impact Turbo 82 und habe daher schon einige Erfahrungen mit ergonomischen bzw. von der klassischen Form abweichenden Griffkonzepten gesammelt.
Mich würde interessieren, worin ihr die wesentlichen Unterschiede eures ERGOFIT-Griffs gegenüber anderen ergonomischen Lösungen seht – insbesondere hinsichtlich Handlage, Griffwechsel zwischen Vor- und Rückhand, Rückmeldung/Ballgefühl sowie Kontrolle im passiven Spiel.
Außerdem würde mich interessieren, wie weit ihr bei der Individualisierung geht. Bietet ihr auch Maßanfertigungen bzw. Anpassungen an die Hand des Spielers an, oder arbeitet ihr mit festen Griffgrößen und Standardvarianten?
Gerade aus Sicht eines Langnoppenspielers, der viel über Gefühl, Winkelkontrolle und sichere Schlägerführung arbeitet, finde ich solche Details sehr spannend.
Vielen Dank vorab für eure Einschätzung.
Hallo Neros,
vielen Dank für deine ausführliche und sehr interessante Frage. Gerade wenn du aktuell ein Re-Impact Turbo 82 spielst, bringst du natürlich schon Erfahrung mit nicht klassischen Griff- und Schlägerkonzepten mit. Daher ist deine Fragestellung für uns besonders spannend.
Der wesentliche Unterschied unseres ERGOFIT-Griffs liegt aus unserer Sicht darin, dass wir nicht versuchen, einen möglichst frei drehbaren Universalgriff zu bauen, sondern einen Griff, der die Hand bewusst in eine definierte, stabile Position bringt. Ziel ist also nicht maximale Beweglichkeit im Griff, sondern eine möglichst reproduzierbare Schlägerhaltung.
Ganz wichtig: Den ERGOFIT-Griff kann man nicht wie einen klassischen Griff einfach in der Hand drehen. Das Konzept ist darauf ausgelegt, dass der Schläger sehr klar und stabil in der Hand liegt. Dadurch entsteht eine definierte Handlage, die besonders Spielern helfen kann, die einen konstanten Blattwinkel und eine ruhige Schlägerführung suchen.
Bei der Handlage geht es uns vor allem darum, dass der Schläger satt in der Hand sitzt, ohne dass man ihn übermäßig festhalten muss. Durch die größere und ergonomischere Auflagefläche soll weniger Spannung in der Hand entstehen und der Blattwinkel besser wiederholbar bleiben.
Beim Wechsel zwischen Vorhand und Rückhand ist daher wichtig zu unterscheiden: Es gibt keinen freien Griffwechsel durch Drehen des Schlägers in der Hand. Der Wechsel erfolgt vielmehr aus derselben stabilen Grundhaltung heraus. Für Spieler, die sehr stark über Griffrotation arbeiten, ist das natürlich eine Umstellung und möglicherweise nicht ideal. Für Spieler, die eine ruhige, definierte Schlägerführung bevorzugen, kann genau das aber ein Vorteil sein.
Beim Thema Rückmeldung und Ballgefühl ist uns wichtig, dass der Griff nicht „entkoppelt“ wirkt. Der Spieler soll weiterhin klar spüren, was beim Ballkontakt passiert. Durch die stabilere Handlage empfinden manche Spieler die Rückmeldung sogar ruhiger und kontrollierter, weil der Schläger weniger in der Hand arbeitet.
Gerade für Langnoppenspieler kann das interessant sein, weil hier Winkelkontrolle, passive Sicherheit, Blockspiel, Schnittumkehr und kontrollierte Störbälle eine große Rolle spielen. Unsere Idee ist, dass die definierte Handlage hilft, den Blattwinkel möglichst konstant zu führen. Gleichzeitig wollen wir aber ehrlich sagen: Wer sehr viel über Drehen des Schlägers oder flexible Griffwechsel arbeitet, muss prüfen, ob dieses Konzept zur eigenen Spielweise passt.
Zur Individualisierung: Wir arbeiten grundsätzlich mit festen Griffgrößen und Varianten, weil das für eine saubere und reproduzierbare Fertigung wichtig ist. Gleichzeitig können wir je nach Wunsch und Spielertyp Anpassungen vornehmen. Wenn ein Spieler sehr konkrete Anforderungen hat oder bereits ein spezielles Holz spielt, versuchen wir, uns daran zu orientieren und eine passende Lösung zu entwickeln.
Eine komplette Maßanfertigung direkt nach Handabdruck bieten wir derzeit noch nicht als Standardprodukt an. Individuelle Anpassungen in Richtung Griffgröße, Handlage, Schwerpunkt, Formgefühl oder Annäherung an ein bestehendes Holz sind aber grundsätzlich möglich – besonders bei Spielern, die sehr genau wissen, was sie suchen.
Gerade bei Langnoppenspielern ist Feedback für uns besonders wertvoll, weil hier Gefühl, Winkelkontrolle und sichere Schlägerführung eine extrem große Rolle spielen. Deshalb sind wir in diesem Bereich auch sehr offen für Tests und Rückmeldungen aus der Praxis.
Sportliche Grüße
Georg